Salzwedel l Zwei Männer, ein Name und eine Leidenschaft. Vor kurzem traf Radloff/Salzwedel auf Radloff/Trebbin. Drei Mannen und ein Fräulein der Zollwache Trebbin, eine Komturey (Außenstelle) der Berliner Rittergilde, waren allesamt mit Schilden und Waffen ausgerüstet nach Salzwedel gereist. Sie begehrten Zutritt zum Karlsturm, einst äußerster Wachturm des Altperver Tores und heute Domizil der Salzwedeler Stadtwache. Manfred Preuß öffnete die Tür des alten Trutzturmes und empfing die Rittersleut` aus dem Märkischen mit herzlichen Worten, war ihm doch das friedliche Ansinnen der Brüder im Geiste bewusst.

Namensvetter gefunden

Zur Vorgeschichte dieses etwas außergewöhnlichen Treffens: Marek Radloff von der Trebbiner Zollwache hatte im Herbst letztes Jahres das große Verlangen, in Erfahrung zu bringen, wie oft es den Namen Radloff in Deutschland gibt. Was tut man unter solchen Wissenszwängen? Man googelt. Und so stieß er auch auf den Namen Alexej Radloff. Da dieser, wie auch sein eigener, keinen deutsch klingenden Vornamen beinhaltet, forschte er weiter. Und siehe da, der Namensvetter in der Altmark frönte einem ähnlichen Hobby wie er selbst.

Erstes Treffen

Und da wuchs der Wunsch, den Salzwedeler Radloff einmal näher kennenzulernen. Über die Hansische Gesellschaft kam der Kontakt zustande und vergangene Woche standen sich die zwei Radloffs dann zum ersten Mal gegenüber. Intensivere Nachforschungen hatten mittlerweile ergeben, dass beide Radloffs weder miteinander verwandt noch verschwägert sind.

Stadtführung

Nach einer herzlichen Begrüßung führte die Salzwedeler Stadtwache die Randberliner durch ihre "Burg" und erläuterte Geschichte, Sanierung und Verwendung des alten Befestigungsturmes. Im Anschluss überließ sie die Gruppe der Führung von Jutta Jäger, welche durch die Marienkirche geleitete und dort etwas zur Historie der größten Salzwedeler Kirche erzählte.

Dritte Station des Tages war die Heilig-Geist-Kirche im Perver, wo schon Bernd Frommhagen und Renate Adam auf die altertümlich gekleidete Truppe wartete, um dieser die wechselvolle Geschichte der Perveraner Kirche näherzubringen. Die erste Zusammenkunft macht Lust auf mehr, und so steht nun ein Gegenbesuch bei den Rittersleut` im märkischen Trebbin wohl nichts im Wege.