Über die Kritik der Innenstadthändler an der Werbegemeinschaft sprach Volksstimme-Redakteur Fabian Laaß mit Werbegemeinschafts-Chef Jost Fischer.

Volksstimme: Viele Innenstadthändler werfen der Werbegemeinschaft veraltete Strukturen und ein Festhalten an der Vergangenheit vor. Was entgegnen Sie diesen Vorwürfen?

Jost Fischer: Wir haben in der Vergangenheit viel probiert. Gutes wurde beibehalten, weniger Gutes wieder abgeschafft. Wir haben die Händler auch mehrfach gebeten, uns Dinge, die nicht so laufen, mitzuteilen. Aber alle unter einen Hut zu bekommen, ist so gut wie unmöglich.

Nur noch wenige Einzelhändler sind Mitglied in der Werbegemeinschaft, weil sie sich nach eigenen Angaben dort nicht ernst genommen fühlen. Ist die Werbegemeinschaft denn überhaupt noch ein Sprachrohr für den städtischen Handel?

Wir haben Verantwortliche für die Straßen. Auch sie fühlen sich nicht immer ernst genommen. Das Problem ist, dass wir mit Breiter Straße, Neuperverstraße, Burg- und Altperverstraße vier Einkaufsstraßen haben. Die, die meckern, haben meistens aber auch keine besseren Vorschläge.

Wie läuft die jährliche Terminplanung ab? Wie werden die Innenstadthändler in die Planungen einbezogen?

Die Termine werden bei der Mitgliederversammlung festgelegt. Die Straßenverantwortlichen gehen in ihrem Verantwortungsbereich rum und befragen die Händler nach ihren Wünschen bezüglich der verkaufsoffenen Sonntage. Wir beugen uns dann der Mehrheit.

Besonders der verkaufsoffene Sonntag zum Hopfenmarkt wird von den Einzelhändlern als unsinnig angesehen. Viele Geschäfte öffnen erst gar nicht. Wäre es da nicht sinnvoller, diesen Verkaufstag einzusparen?

Wir werden darauf reagieren und planen anstatt dem Hopfenmarkt-Sonntag einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag im Dezember. Das Problem ist immer nur, dass die Sonntage mit Veranstaltungen hinterlegt werden müssen.

Mehrere Geschäftsinhaber würden sich einen Ladenhüter- oder Frühlingsmarkt wünschen. Wäre dies eine neue Idee, die die Werbegemeinschaft aufgreifen könnte?

Einen Ladenhütermarkt haben wir schon mehrfach empfohlen. Es ziehen aber zu wenige mit. In diesem Jahr wollen wir aber im Frühling etwas gemeinsam mit den Händlern machen. Die Planungen dafür sind aber noch nicht ganz abgeschlossen.

Lob von allen Seiten gab es für die Lichternacht. War sie das gelungenste Ereignis im vergangenen Jahr?

Es war wirklich schön. Das Konzept, außen herum etwas zum Ansehen anzubieten und in der Innenstadt die Geschäfte zu öffnen, hat sich bewährt. Sehr gelungen war auch, dass sich die Kindereinrichtungen mit dem Umzug beteiligt haben.

Was hat aus Sicht der Werbegemeinschaft 2014 nicht so gut geklappt?

Die Teilnahme an den offenen Sonntagen hat mir nicht so gut gefallen. Viele namhafte Geschäfte hatten zu.

Mehrere Teilnehmer des Salzwedeler Radsporttages hätten sich eine modernere Zeitmessung gewünscht. Auch die Volksstimme kritisierte die veraltete Stoppuhr-Messung. Wird es in diesem Jahr Veränderungen geben?

Wir machen das jetzt seit zwei Jahren und haben zunächst versucht, die Nostalgie langsam zurückzufahren. In diesem Jahr werden wir eine moderne, computergestützte Transponder-Zeitmessung haben. Generell wollen wir versuchen, die Lizenzfahrer, die einen Tag zuvor in Bad Bevensen fahren, zu uns zu holen. Die Attraktivität der Strecke hat sich herumgesprochen.