Der Arendseer Bauausschuss stimmt den Prokon-Plänen zu allen zusätzlichen vier Windrädern bei Fleetmark zu. Auch das umstrittene Rad Nummer 15 ist gewollt. Es liegt im Windeignungsgebiet der Regionalplanung. Der Ortschaftsrat hatte das abgelehnt, weil das Areal nicht im B-Plan ausgewiesen ist.

Arendsee l "Damit wird das Votum unseres Ortschaftsrates übergangen", kritisierte Björn Hartmann vom Fleetmarker Rat am Dienstagabend die Beschlussempfehlung des Arendseer Bauausschusses. "Wenn das Gebiet des B-Planes erweitert werden soll, dann soll doch Prokon den Plan ändern." Sein Ratskollege Thomas Horn stimmte ihm zu. "Eine Grenze muss sein, sonst wird wild gebaut", sagte er. "Es geht ums Prinzip."

Doch die Mitglieder des Bauausschusses stimmten mehrheitlich nicht nur der Errichtung von drei neuen Windenergieanlagen in der Gemarkung Fleetmark zu, sondern auch der umstrittenen vierten Anlage Nummer 15.

Die liegt ein paar Meter außerhalb des Bebauungsplanes, aber im sogenannten Toleranzbereich des im Regionalen Entwicklungsplan ausgewiesenen Windeignungsgebietes. "Ich habe Rücksprache mit der Regionalen Planungsgemeinschaft gehalten: Dem Windrad wird zugestimmt", informierte er. Der Platz liege zwar 26 Meter von der eigentlichen Grenze des Eignungsgebiets ab, befinde sich aber in dem als Toleranzbereich angesehe- nen Streifen von 80 bis 100 Metern.

Das bestätigte Prokon-Projektentwicklerin Judith Kühne, die das Vorhaben während der öffentlichen Ausschusssitzung vorstellte. "Zudem haben wir bereits 2010 mit der damaligen selbstständigen Gemeinde einen städtebaulichen und einen Nutzungsvertrag abgeschlossen", erinnerte sie sich.

Und auch dem 2012 hinzugefügten Nachtrag über die veränderte Gesamthöhe der vier Räder von jetzt 200 Metern und jeweils einer 3,3-Megawattleistung sei zugestimmt worden. Außerdem sei eine Stiftung zur Förderung sozialer Zwecke ins Leben gerufen worden, die von den Erlösen profitiere.

"Der Abstand der Anlage von der Wohnbebauung beträgt 1000 Meter, die nächtliche Lärmbelästigung ist niedriger als 45 Dezibel", so Kühne weiter. Sie hoffe auf eine Realisierung und Inbetriebnahme im nächsten Jahr.

Als Ausgleichsmaßen für den Naturschutz seien Blühflächen für den Rotmilan, Streuobstwiesen und ein Erlenwald geplant.

"Als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich sollte das Projekt Erfolg haben", schätzte Bürgermeister Norman Klebe als Ausschussvorsitzender ein.