Am 22. Februar wählen die Salzwedeler ein neues Stadtoberhaupt. Fünf Kandidaten stellen sich zur Wahl. Im vierten Teil stellen wir die Bewerberin Katrin Pfannenschmidt (SPD/Freie Liste) vor.

Buchwitz l Ein Fachwerkhaus mit Blick ins Grüne - diesen Traum haben sich Katrin Pfannenschmidt und ihr Mann Frank erfüllt. Vor 20 Jahren haben sie sich ein Grundstück im 200-Seelen-Ort Buchwitz gekauft und dort ein Heim nach ihren Vorstellungen errichtet. Das Haus, sagt die 49-Jährige lächelnd, wird aber wohl nie fertig werden. Es gibt immer etwas zu werkeln. Vieles entsteht in Eigenleistung.

Schon im Flur wird der Besucher von den zwei pelzigen Mitbewohnern begrüßt. Neugierig schaut Katzendame Pipilotta um die Ecke. Lotti, wie Katrin Pfannenschmidt sie nennt, hat sie aus dem Tierheim. Das Kätzchen war noch so klein und schutzbedürftig, dass sie es im Nachtschrank großziehen musste. Zur Familie gehört auch Bonnie, die ihr vor Jahren zugelaufen ist. "Die Katzen sind ein kleiner Ersatz für unsere Tochter Kathleen geworden", sagt Katrin Pfannenschmidt. Denn die lebt und arbeitet in Berlin, kommt aber gern zu Besuch.

Familienleben wird bei den Pfannenschmidts groß geschrieben. Um mehr Zeit mit der einzigen Tochter verbringen zu können, zieht es sie gemeinsam einmal im Jahr zu einem mehrwöchigen Urlaub in die Ferne. Mexiko, Kuba, Aus-tralien - die Pfannenschmidts sind reiselustig. Davon zeugen vor allem die vielen Bilder an den Wänden, die sie als Souvenirs mitbringen.

Den Entschluss, zurück aufs Dorf zu ziehen - die Familie wohnte zwischenzeitlich in Salzwedel -, hat Katrin Pfannenschmidt nie bereut. Schließlich ist sie auch im Dorf groß geworden. Von Buchwitz aus ist es außerdem nur ein kurzer Weg zu ihren Eltern nach Stappenbeck. Viele schöne Erinnerungen hat sie an ihre Jugendzeit, besonders an den Jugendclub in Mahlsdorf, in dem sie ihren Mann Frank kennenlernte. Als es Katrin Pfannenschmidt zum Studium nach Halle zog, führten die beiden über Jahre eine Fernbeziehung. Manchmal half ihr Frank während der Semesterferien sogar bei den Ernteeinsätzen, um ein paar Arbeitsstunden gutzumachen, damit sie mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Auch heute ist das Paar unzertrennlich. Neben dem Reisen sind es Fahrradtouren, ausgiebige Spaziergänge und Tanzstunden. Beide sind auch Mitglied in der Buchwitzer Feuerwehr. Das Vereinsleben zu erhalten, ist wichtig, sagt Katrin Pfannenschmidt. Denn die Vereine seien oft die treibende Kraft im Ort. Es sei nicht zu verachten, was die Menschen da alles auf die Beine stellen.

Die 49-Jährige leitet das Amt für kommunalwirtschaftliche Angelegenheiten des Altmarkkreises, unter anderem ist sie Ansprechpartnerin für Abfallwirtschaft. Ihr Beruf macht ihr Spaß, sagt Katrin Pfannenschmidt, vor allem, weil sie viel mit den Bürgern zu tun hat. Dabei greift sie gerne selbst zum Telefonhörer, um Beschwerden oder Anregungen entgegenzunehmen. Für alles findet sich eine Lösung. Da müsse man auch mal über geltende Regelungen hinweg sehen. "Geht nicht gibt`s bei mir nicht", sagt Pfannenschmidt. Bürgernähe ist ihr auch privat sehr wichtig. So engagiert sie sich nebenher in der Salzwedeler Schiedsstelle und als ehrenamtliche Richterin am Landesarbeitsgericht in Halle.

Der Vorschlag, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, kam von Ex-Landrat Hans-Jürgen Ostermann. "Das stand vorher nicht zur Debatte", sagt Katrin Pfannenschmidt. Doch die Idee faszinierte sie. Durch ihren Beruf bringe sie die nötige Erfahrung mit. Das möchte sie nun auch den Salzwedelern beweisen. Und egal, wie die Wahl ausgehen mag - ihr Mann Frank steht stets hinter ihr. Ein weiterer Fakt, der sie darin bestärkt hat, zu kandidieren.