Vienau (kä) l Der Vienauer Saal war am Freitagabend gut gefüllt. Ein Großteil der Mitglieder der Vienauer Feuerwehr und ihrer drei Löschgruppen waren zur Jahreshauptversammlung erschienen. Das freute vor allem Ortswehrleiter Jens Winsel. Und der freute sich noch mehr, als er an diesem Abend offiziell zwei neue Mitglieder im aktiven Dienst begrüßen konnte: seine Tochter Vanessa Winsel und Paul Schulze. Beide haben die Volljährigkeit erreicht.

Damit verliert die Jugendabteilung zwar zwei Mitglieder, ist aber mit derzeit sechs Jugendlichen trotzdem gut aufgestellt, sagte Jugendwart Patrick Bismark. Schließlich waren Ende 2013 gleich vier neue Kinder in die Wehr aufgenommen worden (Volksstimme berichtete), was die Anzahl gleich verdoppelt hatte. Die sechs Verbliebenen erhielten während der Versammlung von Rolf Fromm T-Shirts mit dem Aufdruck der Vienauer Feuerwehr, sodass sie bei Wettkämpfen äußerlich einheitlich auftreten können.

Die Vienauer Wehr, inklusive ihrer Löschgruppen aus Dolchau, Mehrin und Beese, zählt derzeit 45 aktive Mitglieder, 15 sind in der Alters- und Ehrenabteilung. Am Freitag wurden zwei weitere darin aufgenommen: Fritz und Heinz Laeseke haben mit 65 Jahren den Feuerwehr-"Ruhestand" erreicht und erhielten von Jens Winsel die Ehrenurkunde. Fritz Laeseke wurde außerdem für seine 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, ebenso wie Wilhelm Bolle für seine 40-jährige Treue.

Das Jahr 2014 blieb für die Vienauer Wehr zwar einsatzlos, zu tun gab es dennoch viel. So gab es unter anderem drei Einsatzübungen im Wirkungsbereich Brunau-Packebusch und die gemeinsame Fahrt nach Schwerin. Bei der Jahresauswertung zeigte sich auch, dass die Feuerwehren immer noch die treibende Kraft in den Dörfern sind.

So wurden nicht nur das Weihnachtsbaumverbrennen, das Osterfeuer und das Maibaumaufstellen ausgerichtet, sondern auch die Feier zum Tag der deutschen Einheit, die in Vienau schon zur Tradition geworden ist.

Und auch 2015 gebe es viel zu tun, wie Wehrleiter Jens Winsel informierte. Die Jugendwehr möchte sich mit den Jeetzern und Brunauern zusammentun, um mit einer starken Mannschaft am Orientierungsmarsch in Mehm-ke teilnehmen zu können. Die aktiven Mitglieder haben sich fest vorgenommen, beim Wirkungsbereichsausscheid in Zethlingen mitzumachen. Außerdem stehen einige Einsatzübungen an. Eine gemeinsame Fahrt soll es auch geben. Dieses Mal geht es am 20. Juni zum Bundestag nach Berlin.

Obwohl die Vienauer Wehr personell gut aufgestellt ist, gab es dennoch Kritik von Stadtwehrleiter Dagobert Scheffschick. Von 112 Atemschutzgeräteträgern - seiner Meinung nach "das größte Sorgenkind" - in der Einheitsgemeinde Kalbe verfügen die Vienauer lediglich über drei. Das sei vor allem tagsüber problematisch, wenn die meisten Kameraden beruflich eingespannt sind und nicht zu Einsätzen fahren können.

Wie wichtig es ist, genug Atemschutzgeräteträger zu haben, habe sich beim Wohnhausbrand zu Weihnachten in Jeetze gezeigt. Dort mussten die Kameraden die Nachbarwehren zu Hilfe rufen. Doch das soll sich schon bald ändern. Scheffschick berichtete, dass er bei der Stadtverwaltung einen Brandcontainer beantragt habe, damit die Kameraden intensiv mit den Atemschutzgeräten trainieren können.

Lob gab es für die Größe der Vienauer Wehr. Umgerechnet auf die Anzahl der Einwohner sei sie die viertstärkste in der Einheitsgemeinde.

Ortsbürgermeister Fritz Borchmann richtete seinen Dank an die Brandbekämpfer, die ihre Freizeit für das Wohl der Gesellschaft opfern, sowie an den Förderverein, der den Feuerwehrnachwuchs unterstütze.

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