Salzwedel l Als der Salzwedeler Dirk Apel am Freitag mit seinen Eltern spricht, sind diese aufgewühlt. In einem scheinbar von der Deutschen Rentenversicherung verfassten Schreiben wurden beide darüber informiert, dass der Versicherer ihnen ab dem nächsten Monat zusätzlich zur aktuellen Rente zwar einen Sonderbetrag auszahlen möchte. Dafür aber sollen sie zunächst einen viel höheren Betrag zurücküberweisen.

Als Grund für die Neuberechnung nennen die Verfasser die Änderung des Beitragssatzes für die Pflegeversicherung.

In drei der Volksstimme vorliegenden Schreiben an Salzwedeler verspricht der angebliche Versicherer konkret 457,90 Euro ab dem nächsten Monat, fordert die Adressaten dafür aber auf, zunächst stolze 756,86 Euro zu bezahlen. "Um die vorläufige Sperre Ihrer Rentenbezüge und die weiteren rechtlichen Schritte zu vermeiden, überweisen Sie unverzüglich den Betrag", fordern die Verfasser am Ende ihres Briefes.

Beträge nicht überweisen

Gleich mehrere Dinge lassen Dirk Apel aber aufhorchen: "Ich bin stutzig geworden, weil beide Eltern den gleichen Betrag zahlen sollen, obwohl sie ganz verschiedene Renten bekommen", sagt er. Außerdem habe er erst in der vergangenen Woche Kontakt mit dem Rentenversicherer seiner Eltern gehabt. Und anders als die im Brief angeführte angebliche Rentenversicherung sitzt der Versicherer seiner Eltern in Berlin.

Dirk Apel reicht das Schreiben an einen Fachmann weiter und erstattet Anzeige bei der Polizei. Ein richtiger Schritt, wie sich zeigen sollte.

"Bei den Verfassern des Schreibens handelt es sich um Betrüger", sagt Gerd Schönfeld, Pressesprecher im Polizeirevier des Altmarkkreises. Erkennbar sei dies unter anderem daran, dass die Adresse des Empfängers auf dem Briefkopf ebenso fehle wie die Versicherungsnummer des Kunden.

Briefe vergleichen

Im Zweifelsfall sollten Ruheständler die Schreiben mit älteren Briefen ihrer Rentenversicherer abgleichen und Kinder oder Enkelkinder um Hilfe bitten, rät Schönfeld.

Nachdem eine unbekannte Zahl von Anschreiben am Wochenende in Salzwedeler Briefkästen gelandet war, hatten bis gestern Nachmittag insgesamt vier betroffene Familien Anzeige bei der Polizei erstattet. Die tatsächliche Zahl an Betrugs-Schreiben könnte aber weitaus höher liegen.

Im Zweifelsfall können sich Betroffene auch an das Polizeirevier des Altmarkkreises unter 03901/8480 wenden.