Salzwedel l Die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking kritisiert nach dem Volksstimme-Artikel "Der tägliche Wahnsinn auf der B71" die CDU und SPD geführte Landesregierung. Dass die extrem hohe Verkehrsbelastung auf der Straße "jahrelang hingenommen wurde, ist grob fahrlässig". Das Verkehrsministerium habe zur anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans erstmalig zweispurige Ortsumfahrungen für die Ortschaften (Letzlingen, Estedt, Kakerbeck, Winterfeld, Mahlsdorf) an der B71 angemeldet. Frederking: "Es fehlt allerdings die Anmeldung für den dreispurigen Ausbau der B 71." Außerdem seien Ortsumfahrungen nicht für den vordringlichen Bedarf eingereicht. "Nur damit wäre eine Chance auf Realisierung gegeben", schätzt die Abgeordnete ein. Ohne diese Vordringlichkeit werde der Bau auf unabsehbare Zeit hinten anstehen. Dies werde verschwiegen, weil die Landesregierung alle Gelder in die A 14 durch die Ostaltmark, investieren wolle. "Trotzdem gaukelt man den Menschen an der B71 vor, der Ausbau sei angemeldet und werde kommen. Doch das sind leere Versprechungen", erklärt Frederking.

Die Grünen auf Landesebene würden andere Prioritäten setzen, sagt sie: "Mit Verzicht auf die Nordverlängerung der A14 und auf die B190n könnte Sachsen-Anhalt eine Vielzahl wichtiger Verkehrsprojekte in der Altmark finanzieren." Dazu gehörten der Ausbau der Bundesstraßen B189 und der B71 bis zur niedersächsischen Landesgrenze mit Ortsumgehungen. Die grüne Landtagsfraktion verlange die Prüfung dieser Alternativen im Zuge der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes. Gut ausgebaute, mehrspurige Bundesstraßen mit Ortsumfahrungen seien aus Sicht von Frederking gute Alternativen zur Autobahn. Ein gelungenes Beispiel sei die B81 zwischen Magdeburg und Halberstadt."