In Salzwedel erreichen in den nächsten zehn Jahren 6 von 15 Hausärzten das Rentenalter. Engpässe drohen in der Kernstadt wohl nicht. Auf dem Land sieht die Situation allerdings anders aus.

Salzwedel l Wenn Hausärzte in der Altmark ihre Praxis abgeben, stellt sich zunehmend die Frage: Wie geht es mit der medizinischen Versorgung weiter? Und immer häufiger lautet die Antwort: Gar nicht. In Salzwedel etwa ist mit Maren Bark erst im Februar wieder eine Hausärztin in den Ruhestand gegangen. Und in den nächsten zehn Jahren erreichen 6 von 15 Hausärzten im Stadtgebiet ebenfalls das Rentenalter. Ob Nachfolger ihre Praxen übernehmen werden, ist völlig offen.

Hohe Patientenzahlen

"Beim plötzlichen Wegfall einer Arztpraxis sind Engpässe vorhersehbar", sagt Bernd Franke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt. Dies gelte insbesondere für Ortsteile, in denen es - wie etwa in Henningen oder Pretzier - nur eine Arztpraxis gibt. Aber auch die Versorgung in der Kernstadt könnte durch den Wegfall von nur einer der insgesamt 13 Praxen leiden. Grund dafür sind die ohnehin schon hohen Patientenzahlen, erläutert Franke. Werde eine Praxis geschlossen, sei die Aufnahme ihrer Patienten durch die verbliebenen Ärzte gar nicht oder nur noch schwer möglich.

Grund zur Panik sieht der KV-Sprecher dennoch nicht: In der Vergangenheit habe man beobachtet, dass die Nachbesetzung von Praxen in Kreisstädten und ehemaligen Kreisstädten nicht so problematisch verlief wie auf dem Land. Eine gesonderte Förderung zur Ansiedlung von Hausärzten gebe es in der Kernstadt deshalb nicht.

60000 Euro Förderung

Auf dem Land sieht die Situation anders aus: Mit 60000 Euro Förderung können junge Hausärzte, die sich außerhalb der Kernstadt niederlassen, derzeit rechnen. Die Notwendigkeit zur Förderung ist da: Laut einer Prognose von KV und dem Zentralinstitut für vertragsärztliche Versorgung sind im Altmarkkreis Salzwedel bis 2025 insgesamt 25 Hausarztstellen neu zu besetzen. Bei der Frage danach, ob das gelingt, will sich Bernd Franke nicht festlegen. "Wir haben noch die Erwartung, die Versorgung sicherstellen zu können", sagt er. Der Wettbewerb mit attraktiveren Regionen, wachsende Bürokratie und zu knapp kalkulierte Mittel für die Behandlung von Patienten machten die Nachwuchsgewinnungen aber schwierig. Ob die Versorgung auch künftig an den Orten der jetzt bestehenden Praxen bestehen bleibt, müsse sich daher erst zeigen.