Salzwedel l "Ja, die Wahl wird noch einmal ausgezählt", sagte Gemeindewahlleiter Matthias Holz kurz nachdem gegen 18.55 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis feststand. Der Gemeindewahlausschuss tagt morgen.

Vorausgegangen war am Sonntagabend ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Sabine Danicke (parteilos) und Stichwahlgegnerin Sabine Blümel (Salzwedel Land). Mit drei Stimmen Vorsprung entschied die Herausforderin dieses am Ende für sich.

Bei ihrer Wahlparty in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität hatte sich Blümel zunächst allerdings skeptisch gegeben. Erst im Verlauf der Auszählung wuchs die Zuversicht ihrer Anhänger und schließlich auch die der Kandidatin selbst. Am Ende bedankte sich eine zu Tränen gerührte Siegerin bei Bürgern und Unterstützern. "Ich freue mich, dass die Wähler es mir zutrauen, Salzwedel in die richtige Richtung zu lenken", sagte Blümel, nachdem das vorläufige Endergebnis feststand.

"Wir sind Bürgermeister."

Susann Meinecke, Für Salzwedel

"Ich freue mich für Sabine und bin froh, dass wir den Wechsel in Salzwedel hinbekommen haben", sagte Wolfgang Kappler (Salzwedel Land), der zu den wichtigsten Unterstützern Blümels im Wahlkampf gehörte. Mit der neu geschaffenen Allianz aus Salzwedel Land, CDU, SPD und Für Salzwedel seien nun die Grundlagen dafür geschaffen worden, dass der angekündigte Wechsel auch inhaltlich gelingen werde.

Die Mitglieder der Parteien und Wählergemeinschaften, die Blümel nach dem Ausscheiden eigener Kandidaten ihre Unterstützung ausgesprochen hatten, gehörten dann auch neben Freunden und Familie zu den ersten Gratulanten. "Wir sind jetzt Bürgermeister. Wir freuen uns, auch wenn es knapp war", sagte etwa Susann Meinecke (Freie Liste für Salzwedel). Und Thomas Klett (SPD) erklärte, "Wir sind angetreten, um den Wechsel im Rathaus zu forcieren und das haben wir erreicht."

Neben den Anhängern Blümels gratulierten mit Ute Brunsch und Gabriele Gruner (Die Linke) auch Unterstützer von Amtsinhaberin Sabine Danicke. "Es ist so, wie es ist. Der Wähler hat entschieden. Aber die Wahlbeteiligung war furchtbar", sagte Ute Brunsch.

Wie vor zwei Wochen hatte sich Oberbürgermeisterin Sabine Danicke mit ihrem Wahlkampfteam in ihrem Büro getroffen, um die Auszählung zu verfolgen. Die Presse war diesmal allerdings nicht zugelassen. Offenbar ahnte Danicke nichts Gutes in Hinblick auf den Ausgang der Wahl. Am Ende fehlten ihr drei Stimmen, um ihren Sessel im Rathaus behalten zu können.

"Knapper geht es nicht."

Sabine Danicke

In einer ersten Stellungnahme sagte sie: "Knapper geht es wirklich nicht." Trotz allem sprach sie von einem guten Ergebnis, alles andere müsse man sehen. Es sei wie im Sport. Nicht immer könne man auf der Zielgerade noch den entscheidenden Spurt ansetzen. Sie bedauerte zugleich die sehr niedrige Wahlbeteiligung mit nur 38,5 Prozent.

Das Häufchen ihrer Unterstützer, das sich zur Wahlparty getroffen hatte, war überschaubar, die Stimmung gedrückt. Danicke dankte ihrem jungen Wahlkampf-Team und meinte, "wir können erhobenen Hauptes aus diesem Wahlkampf gehen". Rückblickend meinte die Noch-Oberbürgermeisterin, dass man in den vergangenen Jahren vieles bewegt habe.

Bilder