In Salzwedel fehlt langfristig mindestens eine große Turnhalle für den Schulsport. Das ist ein Ergebnis des Sportstättenkonzepts, das jetzt vorgestellt wurde.

Salzwedel l Trotz des Neubaus der Turnhalle am Jahngymnasium fehlt in der Hansestadt langfristig mindestens eine Dreifelderhalle für den Sportunterricht. Das ist eine Aussage des Sportstättenkonzepts, das am Dienstagabend im Sozialausschuss vorgestellt wurde. Demnach reichen vor allem an Jeetzeschule, Jahngymnasium und Pestalozzi-Förderschule die vorhandenen Kapazitäten nicht aus. Am größten ist der Bedarf bei der Jeetzeschule, die nach Schließung der bislang genutzten Kollwitz-Halle Ende März zunächst über keinerlei Räumlichkeiten verfügt und damit auf Unterstützung durch öffentliche Schulträger angewiesen sein wird.

Interessant ist der Befund eines Stuttgarter Planungs-Instituts auch deshalb, weil mit der Kollwitz-Halle eigentlich die zusätzlich benötigten Kapazitäten vorhanden wären. Doch ihre Schließung war Voraussetzung dafür, dass der Landkreis als öffentlicher Schulträger die energetisch hochmoderne Jahnturnhalle überhaupt erst bauen konnte.

Die Folge: Trotz des Neubaus der Jahnturnhalle entsteht eine Unterversorgung. Als Lösung empfiehlt das Institut nun den Neubau einer weiteren Dreifelderhalle in Salzwedel. Abgewendet werden könnten die drohenden Defizite allerdings noch durch den Weiterbetrieb der Kollwitz-Halle durch Privatleute, die freien Schulen Kapazitäten für ihren Unterricht einräumen würden (siehe auch Artikel "Skatepark in der Käthe-Kollwitz-Halle). Für die Stadt Salzwedel sind im Übrigen vor allem die Hallen in eigener Trägerschaft - also die Grundschulhallen - interessant. Denn nur sie verursachen auch Kosten im Haushalt.

Außentraining im Winter

Den fehlenden Hallenkapazitäten bei den Schulen steht im Vereinssport eine "massive Überkapazität" an so genannten nicht ballspieltauglichen Hallen gegenüber. Viele dieser kleineren Hallen entsprechen zugleich nicht den geltenden Normen, sind also nicht wettkampftauglich. Andererseits sind große Hallen vor allem für das Fußball-Training nach Feierabend im Winter überbelegt. Gleiches gilt - in geringerem Ausmaß - für die Großspielfelder von Seelenbinder-Stadion und Flora im Sommer. Die Verfasser des Konzepts empfehlen als Lösung die Ausstattung zunächst des Seelenbinder-Stadions und dann der Flora mit Kunstrasenplätzen sowie Beleuchtungsanlagen. Würden Fußballvereine danach ab der D-Jugend auch im Winter draußen trainieren, ließen sich Unterkapazitäten bei den Hallen ausgleichen.

Insgesamt rechnet das von der Stadt mit dem Konzept beauftragte Institut bei schrumpfender Bevölkerung mit einer sinkenden Nachfrage nach großen Sportanlagen und steigender Nachfrage nach kleineren Hallen und Gymnastikräumen. Das Papier soll als Grundlage für künftige Investitionsentscheidungen dienen.

   

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