Der Naturschutz im Altmarkkreis braucht dringend Nachwuchs. Zwar finden die von den Fachgruppen des Naturschutzbundes angebotenen Veranstaltungen regen Zuspruch. Organisation und Vorbereitung übernehmen jedoch nur wenige und zunehmend älter werdende Mitglieder.

Winterfeld l Die Mitglieder des Kreisverbandes Westliche Altmark des Naturschutzbundes (Nabu) nahmen es während ihrer Jahreshauptversammlung am Sonnabend im "Wieseneck" mit Humor. "Unter 90 braucht hier keiner an Rücktritt zu denken", waren sie sich augenzwinkernd einig. Denn die angebotenen Veranstaltungen haben durchaus einen festen Platz in den Terminkalendern vieler Westaltmärker. Michael Arens von der Vienauer Fachgruppe verwies auf die traditionelle Wanderung am Karfreitag, an der im vergangenen Jahr etwa 300 Menschen teilgenommen haben. Mit 70 Teilnehmern sei die Glühwürmchenwanderung ebenfalls gut besucht gewesen, die beliebte Pilzausstellung im Oktober zog auch viele Neugierige an. Ungebrochenen Zuspruch verzeichnet auch die Salzwedeler Gruppe für ihre elf naturkundlichen Wanderungen, die je nach Jahreszeit zu den gefiederten Wintergästen am Arendsee oder zum Vogelzug an den Brietzer Teichen führen. Botanische Exkursionen, Wanderungen auf dem Naturlehrpfad Kassuhn und Tümpeltouren runden das Programm ab, das immer wieder neue Interessenten anzieht, bilanzierte Günter Brennenstuhl. Daher habe man sich entschlossen, das Programm auch in diesem Jahr wieder anzubieten.

Erfreulich sei, dass immer wieder Menschen dem Weißstorch eine Möglichkeit zum Brüten geben wollen. Michael Arens erinnerte an Horsterneuerungen in Algenstedt, Böddenstedt und Kalbe. Inzwischen gebe es in der Region auch immer mehr Hausbesitzer, die den Schwalben das Brutgeschäft ermöglichen und daher mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet wurden. Bei Interesse seien weiterhin Bewerbungen möglich, Informationen dazu vermittele die Homepage des Nabu-Landesverbandes.

Michael Arens erinnerte des Weiteren an 21 Begehungen im Rahmen eines Projektes zum Brachvogelschutz. Von den 44 Brutpaaren in Sachsen-Anhalt lebe ein großer Anteil im Altmarkkreis, davon 15 in der Secantsgrabenniederung, 5 im Bereich der Milde und 4 im Drömling. Die Nester wurden ausfindig gemacht und die Gelege mit Zäunen vor Räubern geschützt. Leider gebe es in diesem Jahr keine Förderung, man hoffe auf 2016, sagte Arens.

Mehr über die Projekte des Nabu-Kreisverbandes in einer unserer nächsten Ausgaben.