Der Familienname Schnobbel ist in der Altmark nicht unbekannt. Doch wo hat er seinen Ursprung? Wer gehört alles dazu? In Umfelde gab es am Sonnabend das erste Ahnentreffen.

Umfelde l Neugier ist manchmal der Urheber für etwas Besonderes. Das gab es am Sonnabend im Dorfgemeinschaftshaus Umfelde. "Schnobbel", "ich auch", war da immer wieder bei der Vorstellung zu hören. Kein Wunder. Denn hier fand das erste Schnobbel-Ahnentreffen statt.

"Als ich ein kleines Mädchen war, habe ich irgendwann herausgefunden, dass meine Großmutter mit Familiennamen Schnobbel hieß. Da fiel mir ein, dass mein Papa mit einem Herrn Schnobbel zusammenarbeitet. Und ich habe gefragt, ob wir verwandt sind", erinnert sich Susanne Henneick, die die besondere Runde gemeinsam mit Simone Schnobbel, der Frau des Arbeitskollegen Andreas Schnobbel aus Hilmsen, vorbereitet hatte. Geholfen habe auch ihre Mutti Angelika Henneick. Die Antwort sei gewesen: in gewisser Weise schon.

Das habe sie neugierig gemacht. Deshalb beschäftige sie sich seit zehn Jahren mit Ahnenforschung. "Ich habe Kirchenbücher gewälzt. Zudem hat mir Frau Liedke, die in der Arbeitsgemeinschaft Genealogie (Ahnenforschung) Magdeburg aktiv war, aber mittlerweile verstorben ist, sehr geholfen", erzählte Susanne Henneick. Zehn Generationen bis ins 16. Jahrhundert seien bekannt. Der Ursprung liege wohl bei einem Joachim Schnobbel, dessen Sohn Heinrich im Jahr 1600 in Hilmsen geboren worden sei.

Susanne Henneick freute sich, als sich der Raum immer mehr füllte. Es gab nicht nur die Ahnentafel zu bestaunen, sondern auch viel zu erzählen. So haben Reiner und Doris Schnobbel aus Fahrendorf ebenso wie Andreas und Simone Schnobbel aus Hilmsen ihre Söhne Martin genannt. Und da beide auch noch in einer Hausnummer vier wohnen, haben die Familien schon Post hin- und hergefahren, die an den anderen Martin gerichtet war. "Manchmal haben wir das erst nach dem Öffnen der Briefe mitbekommen", schilderte Doris Schnobbel.

Lutz Röder aus Berlin wusste, dass sein Urgroßvater, auch einer aus der Schnobbel-Linie, in Ellenberg geboren war und in Wistedt gelebt hat. "Ich wollte mehr erfahren und habe im Amt nachgefragt, ob es ein Museum oder sowas gibt, wo ich Informationen erhalten könnte. Das wurde verneint. Aber ich bekam den Kontakt zu den Organisatoren des Treffens", berichtete er und lobte das Engagement. Denn es sei eine enorme Arbeit, solch eine Runde auf die Beine zu stellen.

Den Namen vom Uropa herausgefunden

Helma Kupfer aus Kuhfelde, ebenfalls eine geborene Schnobbel, hatte auf Friedhöfen schon nach ihren Vorfahren gesucht. Beim Treffen in Umfelde wurde sie fündig. Jetzt weiß sie, dass ihr Urgroßvater Johann-Friedrich geheißen hat und sie mit Lutz Röder weitläufig verwandt ist.

Ihr Vater Walter Gustav Emil Schnobbel, der Künstler war, habe von der Altmark erzählt, berichtete Gisela Schnobbel-Ahnert aus Oyten. Deshalb sei sie gern zum Ahnentreffen gekommen, fügte die 76-Jährige hinzu. "Mir ist aufgefallen, dass in der Schnobbel-Linie blaue Augen wie die meines Vaters vererbt sind. Hier habe ich schon zwei Männer mit solch einer Augenfarbe entdeckt", schilderte die Historikerin.

Als "supergute Idee" bezeichnete Sven Gniza aus Königstein in der Nähe von Frankfurt/Main die Runde. Er sei Familienforscher und habe selbst einmal probiert, ein Gniza-Treffen zu organisieren. Aber das sei auf wenig Interesse gestoßen. "Ich bin froh, dass es in einer Region, wo die Ahnenforschung noch in den Kinderschuhen steckt, geklappt hat", freute er sich. Seine Oma habe in Dahrendorf gelebt. Allerdings kenne er die Region um Umfelde herum nicht so gut. Er habe den Besuch jetzt genutzt, um auf Friedhöfen auf Spurensuche zu gehen.

Susanne Henneick arbeitet weiter an der Ahnenforschung. Am Sonnabend konnte sie etwa 40 weitere Personen in die verschiedenen Schnobbel-Linien einfügen. "Es war einfach nur ein schöner Nachmittag. Dieser soll auf jeden Fall wiederholt werden", sagte sie. Die gut einjährige Vorbereitungszeit für das Treffen war da rasch vergessen. Und sie hofft immer noch, hinter die Bedeutung des Namens zu kommen. Vielleicht ist er von "Schnabel" abgeleitet, könnte aber auch ein alter Begriff für Räuber sein. Das Geheimnis soll auf jeden Fall noch gelüftet werden.

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