Salzwedel l Die Anwohner von Klein Gartz machen mobil gegen Pläne für einen Solarpark nahe ihrem Dorf. Insgesamt 27 Bürger haben eine Resolution unterzeichnet, in der sie sich gegen die Errichtung einer bis zu 25 Hektar großen Anlage entlang der Bahnlinie Uelzen-Stendal aussprechen.

Bei einer Kundgebung Montagabend vor dem Rathaus machten sie ihren Unmut auch gegenüber den Mitgliedern des Salzwedeler Bauausschusses deutlich. In der anschließenden Beratung verlas Vorsitzender Karl-Heinz Schliekau (CDU) die Resolution. Der Ausschuss ließ danach sowohl Anwohner als auch Pascal Sacher als Vertreter des Leipziger Investors Green Energy 3000 zu Wort kommen. In ihrem Offenen Brief werfen die Einwohner den Mitgliedern ihres Ortschaftsrates vor, sie nicht ausreichend über das Vorhaben informiert zu haben. Bei der Sitzung des Gremiums "wurde die Diskussion des Projekts untersagt und Nachfragen erst nach dessen Abstimmung durch die Ratsmitglieder gestattet", bekräftigte Anwohner Thomas Seifert. Der Ortsrat hatte während seiner Sitzung mit vier zu eins Stimmen seine Zustimmung zum Vorhaben signalisiert.

"Wir sind entsetzt über die Selbstverständlichkeit, mit der ein derartiges Großprojekt über unsere Köpfe hinweg auf den Weg gebracht wird", kritisieren die Verfasser. Ihrer Ansicht nach würde die geplante Photovoltaik-Anlage das Lebensumfeld von Klein Gartz massiv verändern.

Pascal Sacher trat einigen Argumenten des Schreibens während der Sitzung entgegen. So werde der Solarpark statt der bislang im Gespräch befindlichen 25 Hektar nur maximal 15 Hektar groß. Die Solar-Module würden mit Ausnahme der Trafo-Stationen statt - wie bislang verbreitet 2,5 Meter - nur maximal 1,9 Meter hoch. Holger Lahne (SPD) beantragte, das Thema vor einer Abstimmung in den Fraktionen zu beraten. Dem folgten die Ausschussmitglieder mehrheitlich.