Fotos hochladen, Nachrichten schreiben oder Videos drehen - was ihre Kinder im Internet machen, ließen sich Eltern im Familienhof erklären.

Salzwedel l Sie gehören heute selbstverständlich zum Leben von Kindern und Jugendlichen: Soziale Netzwerke. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Nachwuchs häufig mehr mit Begriffen wie Facebook anfangen kann, als seine Eltern. Da die digitale Welt auch Risiken birgt, hatten Eltern am Mittwochabend im Familienhof Salzwedel Gelegenheit, mehr über die aktuellen Medientrends zu erfahren.

Das Angebot nutzten insgesamt neun Erwachsene. Auch drei Kinder saßen im Publikum. Sie folgten den Ausführungen der beiden Medienpädagogen Christine Schallert und Christian Klisan. Beide arbeiten bei der Medienanstalt Sachsen-Anhalt und referierten über die Gefahren, aber auch Chancen, die das Internet mit seinen Netzwerken und Diensten für Kinder und Jugendliche bietet.

"Facebook lässt sich gut mit dem Poesie-Album vergleichen", erklärte Christine Schallert. Als Nutzer könne man Neuigkeiten verbreiten, Fotos hochladen und mit anderen chatten. Derzeit würden rund 1,4 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt Facebook nutzen. Mehr Nutzer hat kein anderes Netzwerk. Die Gefahr bei Facebook bestehe darin, zu viele seiner persönlichen Daten preis zu geben. Echte Namen sollten nicht verwendet werden, Telefonnummern und Adressen geheim bleiben. Außerdem sollte nicht jeder Zugang zur eigenen Seite haben.

Sehr beliebt bei Jugendlichen ist auch das Programm Whatsapp, mit dem ähnlich wie bei der SMS, Nachrichten über Handys verschickt werden können. Das kostet fast nichts. Das Problem dabei: Die Mitteilungen werden nicht verschlüsselt übermittelt. "Man muss kein Computer-Experte sein, um auf die Daten anderer, die verschickt werden, zugreifen zu können", berichtete Christian Klisan. Außerdem werden auch hier persönliche Daten der Nutzer gesammelt.

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich unter Jugendlichen das Videoportal Younow. Dieses lasse sich als eigener, kommentierter Fernsehkanal beschreiben. Hier können sich die Nutzer bei ganz alltäglichen Handlungen, etwa beim Schminken, filmen und dies live im Internet zeigen. Die Zuschauer bewerten und kommentieren, was sie zu sehen bekommen. Ihren Drang zur Selbstdarstellung könnten Jugendliche mit der Plattform gut ausleben. Wie die Bewertungen ausfallen, wollte eine Zuhörerin wissen. "Das kann auch schon mal Mobbing oder eine sexuelle Anspielung sein", antwortete Christian Klisan. Für unter 13-Jährige sei die Plattform weniger geeignet, erklärte der Fachmann.

Doch verteufeln wollte er die Angebote im Internet nicht. "Eigentlich sind sie eine brilliante Erfindung. Den sicheren Umgang mit ihnen müssen Kinder nur beigebracht bekommen", so Christian Klisan.