Geht es nach den Mitgliedern des Hauptausschusses, soll die Hansestadt das Bahnhofsgebäude kaufen und auch später betreiben. Ein Gegenantrag von SPD und Für Salzwedel wurde am Mittwochabend abgelehnt.

Salzwedel l Spannung verspricht die Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch beim Thema Kauf des Salzwedeler Bahnhofs, denn die Meinungen unter den Stadträten gehen auseinander. Nachdem der Finanzausschuss sich während der Sitzung am 11. März gegen den Kauf des maroden Gebäudes ausgesprochen hatte, mussten am Mittwochabend die Mitglieder des Hauptausschusses über den Antrag der Fraktion SPD und Für Salzwedel abstimmen. Dieser beinhaltete, dass die Stadt das Bahnhofsgebäude weder kaufen noch betreiben solle.

"Das Risiko ist einfach zu groß", begründete Norbert Hundt den Antrag seiner Fraktion. Zudem sei der Bahnhof für Investoren uninteressant. Oberbürgermeisterin Sabine Danicke warb hingegen für den Kauf. "Natürlich brauchen wir in den kommenden Jahren viel Kraft, um gemeinsame Projekte zu stemmen. Den Bahnhof können wir auch in jährlichen Abschnitten sanieren", sagte Sabine Danicke. Das würde dann auch eine geringere Belastung der Haushaltspläne für die kommenden Jahre bedeuten, so die Ausschussvorsitzende.

Gerd Schönfeld (Die Linke) sprach sich ebenfalls dafür aus, sich die Option des Bahnhofskaufs offen zu halten. "Der Bahnhof ist nicht gerade das schönste Haus in der Stadt. Zugreisende sehen als ersten Eindruck dieses Gebäude", berichtete er. Er befürchte, dass der Bahnhof in Zukunft ganz zugenagelt werden könnte. "Ein sanierter Bahnhof würde auch Toiletten für die Nutzer des Busbahnhofs bieten. Wir haben die Zahlen vorgelegt bekommen und sollten die Chance nutzen", so Gerd Schönfeld.

Die Stadtverwaltung hatte im Mai vergangenen Jahres eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese kam zu dem Schluss, dass die Stadt den Bahnhof kaufen und ihn selbst oder durch die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) betreiben solle. Für den Kauf würden 3,74 Millionen Euro fällig werden, wovon 2,23 Millionen Euro an Fördermitteln fließen würden.

Der Kauf der Nebenfläche und die Errichtung einer Fahrradstation würden mit 530000 Euro (Förderung 430000 Euro) zu Buche schlagen. Die Gestaltung der Freiflächen mit Taxi-Spur, zusätzlichen Parkmöglichkeiten und anderem würde die Stadt noch mal rund 280000 Euro kosten. Der Salzwedeler Stadtrat entscheidet am Mittwoch abschließend über den Antrag von SPD und Für Salzwedel.