Auf einen Fahrfehler führt die Staatsanwaltschaft Potsdam das schwere Busunglück am 18. Oktober 2014 im Havelland zurück. Dabei waren ein 38-Jähriger aus Kalbe und der Fahrer eines Kleinwagens ums Leben gekommen.

Salzwedel/Potsdam l Es war ein schicksalhafter Tag, der 18. Oktober vergangenen Jahres. 47 Frauen und Männer freuen sich beim Start um 4.30 Uhr in Klötze auf eine Einkaufsfahrt ins polnische Pomellen, doch dort kam die Reisegruppe nie an: Auf der Bundesstraße 5 in Brandenburg zwischen Senzke und Haage (Havelland) prallt das Auto eines 25-Jährigen frontal mit dem Bus der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel, kurz PVGS, zusammen. Der Bus kommt nach links von der Fahrbahn ab und stößt gegen eine Eiche mit einem Stammdurchmesser von etwa 1,20 Meter, berichtet die Polizei. Das Auto landet im Straßengraben.

Fazit: Der 38-jährige Busfahrer aus Kalbe und der Fahrer des Kleinwagens erliegen am Unfallort zwischen Pessin und und Friesack ihren schweren Verletzungen. Nach dem Unfall können die meisten der Fahrtteilnehmer das im vorderen Bereich völlig zertrümmerte Fahrzeug selbstständig verlassen. Sämtliche 47 Reisende im Alter zwischen 16 und 83 Jahren werden verletzt und müssen teilweise in Krankenhäusern versorgt werden. Zu ihrer Betreuung und zur Bergung der Toten sind sieben Notärzte, 75 Feuerwehrleute und alle verfügbaren Rettungswagen im Einsatz.

Monatelang dauerten die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Potsdam. Sowohl ein Dekra- als auch ein Rekonstruktionsgutachten waren zur Ermittlung der Unfallursache in Auftrag gegeben worden. Dabei ging es zum einen um den technischen Zustand der Fahrzeuge und zum anderen darum, wie sich der Unfall im Einzelnen zugetragen hat.

Blutprobe ergibt 0,0 Promille

Inzwischen steht allerdings fest: "Es wurden keine technischen Mängel an einem der beiden Fahrzeuge festgestellt", sagte gestern Staatsanwalt Christoph Lange auf Anfrage der Volksstimme. Deshalb sei davon auszugehen, dass ein Fahrfehler zu dem Unglück geführt hatte. Keinerlei Anhaltspunkte habe es für einen möglichen Suizid gegeben.

Bereits vor einigen Wochen stand das Ergebnis der Blutuntersuchung fest: Sowohl die Blutprobe des Autofahrers als auch die des Busfahrers des Salzwedeler Unternehmens wiesen eine Alkoholkonzentration von 0,0 Promille auf. Für die Staatsanwaltschaft Potsdam ist das Verfahren damit abgeschlossen, sagte deren Sprecher.

"Wir wussten, dass der Wagen in Ordnung ist und der Fahrer eine große Erfahrung hatte, aber das macht die ganze Geschichte für uns nicht einfacher", sagte gestern Ronald Lehnecke, Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS), auf Anfrage der Volksstimme. Letztlich sei es Schicksal gewesen, meint Lehnecke, der ergänzt: "Der Kollege fehlt uns." Er galt als erfahrender Busfahrer. Trotzdem hatte er am Morgen des 18. Oktobers 2014 keine Chance.

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