Arendsee (hrä) l Der Ärger ist nicht neu: Verstärkt kontrolliert die Polizei auch den Autoverkehr auf den landwirtschaftlichen Wegen zwischen den Dörfern. Das erregte am Donnerstagabend erneut den Unwillen von Bauausschussmitglied Jörg Benecke: Zwei Betroffene seien jeweils 25 Euro auf dem Weg zwischen Schernikau und Sanne losgeworden. Die Beamten hätten sogar angekündigt, auch Radfahrer zur Kasse zu bitten, wenn sie auf diesem Weg lang fahren. Zwischen Schrampe, Kaulitz und Mechau seien Eltern mit Knöllchen bedacht worden, als sie ihre Kinder zur Tagesstätte brachten.

"Polizeipräsenz ist gut, Geschwindigkeitsmessung auf den Straßen in Ordnung, aber den Verkehr auf den ländlichen Wegen verstärkt zu kontrollieren, halte ich für übertrieben", schloss sich Ratsherr Jens Reichardt der Kritik Be- neckes an. Zwar seien die Trassen vorrangig für den Landwirtschaftsverkehr ausgebaut worden, aber andere sollten sie auch nutzen können. "Es wird kein Geld in die Instandsetzung maroder Straßen investiert, aber Bürger werden bestraft, wenn sie ihr Auto schonen, auf intakten Verbindungswegen fahren und eine Abkürzung nehmen", monierte er. "Was unterbunden werden sollte, ist aber Schwerlastverkehr von anderen Unternehmen", sagte er. Deshalb plädiere er für eine Tonnagebegrenzung von 16 Tonnen.

Vizebauamtsleiterin Monika Leue wies auf einen ganz anderen Aspekt hin: "Das sind Privatwege, die nicht gewidmet sind und von der Polizei also auch nicht zu kontrollieren sind", erklärte sie. Der Bau sei mit Fördermitteln realisiert worden und sollte der Landwirtschaft den Vorrang lassen. "Aber Anliegen war auch immer eine Mehrfachnutzung", betonte sie.