Mario Stramm hat über Jahre Veranstaltungs-Höhepunkte in Salzwedel gesetzt. Doch nun ziehen er und seine Firma nach Wismar. Grund: Die Stadtverwaltung habe ihm jahrelang Steine in den Weg gelegt.

Salzwedel l Smack Festival, die größte Winter-Beachparty Norddeutschlands, das Parkfest - das sind alles ehemalige Großveranstaltungen, die einstmals tausende Besucher nach Salzwedel lockten. Ein Name steht mit all diesen Events eng in Verbindung: Mario Stramm. Der Altmärker verlässt nun zum 1. April mit seiner Firma Frisco Concerts seine Heimatstadt in Richtung Wismar - und das nicht unbedingt freiwillig.

"Wir haben in Salzwedel viel getan und das vor allen Dingen um der Jugend etwas zu bieten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, nicht hunderte Kilometer zu Konzerten in die Großstädte zu fahren. Wir waren bemüht, mit unseren Ideen den Jugendlichen eine kulturelle Zukunft zu bieten", erklärt Mario Stramm. "Nur haben wir in den letzten Jahren auch immer wieder erfahren müssen, wie die zuständigen Ämter der Hansestadt mit unserer Grundidee und den Konzepten umgegangen sind. Man hat uns immer wieder Steine in den Weg gelegt und wir haben immer mehr gemerkt, wie Ämter über die Jugend und die damit verbundene Zukunft denken", moniert Mario Stramm und ergänzt: "Uns wurden Events und Veranstaltungen außerhalb der geförderten und teilweise städtisch geführten Clubs und Hallen immer wieder untersagt."

Das Smack Festival ging letztmalig im August 2009 über die Bühne. Gleich nach dem Konzert am Reitstadion erhielt Mario Stramm Post von der Stadt, die ihn aufforderte, sich einen neuen Standtort außerhalb der Stadt zu suchen, weil die Musik zu laut sei. Die Veranstaltung dauerte wohlgemerkt nur einen Tag und fand sonnabends statt. Bei der Beach Party, deren letzte Auflage 2012 mehr als 2000 Besucher in die Bauernmarkthalle lockte, wurde dem Veranstalter ein fehlendes Brandschutzkonzept zum Verhängnis. Die vorhergehenden Partys in der Halle durften aber noch ohne dieses Konzept stattfinden.

"In anderen Städten geht das unkomplizierter"

"Wir haben viel Kraft und Liebe in die Hansestadt gesteckt und würden dieses auch immer wieder tun, denn hier sind wir zu Hause. Aber dazu braucht man Zuarbeit, ein funktionierendes System und vor allen Dingen über den Tellerrand schauende Menschen an den entscheidenden Stellen. Das ist leider nicht gegeben", erklärt Mario Stramm. "Wir müssen das so hinnehmen, aber sehen auch, dass es in anderen Städten unkomplizierter geht", erklärt der Salzwedeler. Die Konsequenz ist für Stramm, dass er und seine Firma ab dem 1. April ihren Sitz in Wismar haben.

Der Gedanke, Salzwedel zu verlassen, habe Stramm schon seit dem letzten Smack Festival mit sich herumgetragen. Privat verbrachte er in den vergangenen Jahren viel Zeit in Wismar und konnte dort Kontakte mit Veranstaltern und Ämtern knüpfen. "Diese waren sehr offen und vor allen Dingen sehr hilfsbereit und haben meine Ideen schnell aufgenommen und unterstützen diese bei der Umsetzung. Ich habe also in den verantwortlichen Stellen Leute gefunden, die über den Tellerrand schauen und verstehen, was man mit Kultur und Events bewirken kann", erläutert Mario Stramm seine Entscheidung für die Stadt an der Ostsee.