Jetzt ist es offiziell, der Eröffnungstermin des Salzwedeler Kunsthauses steht fest: Am Donnerstag, 25. Juni, soll das ehemalige Mädchengymnasium der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Salzwedel l Die Arbeiten am Salzwedeler Kunsthaus sind in vollem Gange. "Alle Wände sind verputzt, alle Heizkörper montiert. Und auch die Elektroarbeiten sind abgeschlossen", freut sich Achim Dehne, Vorstandsmitglied der Kunststiftung Salzwedel. Momentan werde der Fahrstuhl eingebaut. "Die Malerarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Und auch einige Fußböden müssen noch gemacht werden."

Der Termin für die offizielle Eröffnung des Kunsthauses steht aber bereits fest. Am 25. Juni wird das Lyzeum seiner neuen Bestimmung übergeben. Die Eröffnung wird in drei Etappen erfolgen. "Das erste Ausstellungsstück wird das Haus selbst sein. Eine Woche lang kann dort die faszinierende Architektur des frühen 20. Jahrhunderts bestaunt werden", erklärt der Kunststiftungsvorstand.

Werke von Chagall, Dix Feininger und Kokoschka

Als zweiter Schritt werde die Dauerausstellung des amerikanischen Kunst-Sammlers Gus Kopriva eröffnet. Zu sehen sein werden 85 Werke, etwa von Dix, Chagall, Feininger, Kokoschka, Kadinsky, für zehn Jahre. Kopriva hatte zudem angekündigt, dass es regelmäßig Sonderaustellungen mit Arbeiten bedeutender nationaler und internationaler Künstler wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jörg Immendorf, Gerhard Richter und anderen geben könnte, die Kunstkenner und -liebhaber weit über die Region hinaus anziehen sollen (die Volksstimme berichtete).

Laut Achim Dehne sind diese sogenannten Wechselausstellungen der dritte Schritt der Eröffnungsphase. "Wir möchten pro Jahr drei Wechselausstellungen zeigen. Momentan befinden wir uns dafür in Verhandlungen." Die Sanierung des ehemaligen Mädchengymnasiums kostet rund 2,6 Millionen Euro. Mehr als zwei Millionen Euro konnte die Kunsthaus-Stiftung bereits akquirieren. "Wir arbeiten gerade fleißig an den restlichen rund 500000 Euro", berichtet Achim Dehne.

Bürgerschaftliches Engagement als Basis

Das Kunsthaus - es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich die Verantwortlichen auf die Fahne geschrieben haben und das das neue Leuchtturm-Projekt der Hansestadt Salzwedel werden wird. Zwar war lange Zeit der April 2015 als Eröffnungstermin genannt, doch dass es jetzt ein bisschen später wird, stört die Freude nicht. Im September 2012 ist die Kunststiftung Salzwedel in der Mönchskirche offiziell gegründet worden. Damit wurde sie arbeitsfähig und konnte damit beginnen, das Lyzeum in Salzwedel in ein Kunsthaus zu verwandeln. Aufgebaut ist die Stiftung auf bürgerschaftlichem Engagement. Verbunden mit dem Ziel, mit dem Kunsthaus Salzwedel das Angebot im Bereich Kunst und Kultur im ländlichen Raum deutlich auszubauen. Aber auch das Miteinander der Menschen in der Region und der Austausch mit nationalen und internationalen Gästen bekomme mit dem Kunsthaus eine ganz neue Qualität.

"Mit dieser Eigeninitiative geben die Bürger und Unternehmen der Region eine überzeugende Antwort auf die Herausforderungen des demographischen Wandels und der zunehmenden Zentralisierung", macht das Kunsthaus-team deutlich.

Die Höhere Mädchenschule wurde im Jahr 1803 als Privatanstalt gegründet und 1851 von der Stadtgemeinde übernommen. Ostern 1900 wurde sie selbstständig, die Anerkennung als Lyzeum erfolgte am 1. April 1915, am 1. April 1929 die zum Oberlyzeum.

 

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