32 französische Schüler aus Beetzendorfs Partnergymnasium in Rozay-en-Brie sind seit Donnerstagabend in der Altmark. Als erstes arbeiteten sie an einem gemeinsamen Fotoprojekt, dann stehen Ausflüge auf dem Programm.

Beetzendorf l Anstrengende 13 Stunden Busfahrt quer durch Frankreich und Deutschland lagen hinter den 32 Schülern und zwei Lehrern vom Partnergymnasium in Rozay-en-Brie, als sie am späten Donnerstagabend in Beetzendorf eintrafen. Doch die Freude über das Wiedersehen mit ihren deutschen Austauschpartnern und ihren Gastfamilien, die sie schon erwarteten, ließ alle Strapazen schnell vergessen. "Die Schüler kennen sich ja schon von unserem Besuch in Frankreich Ende November", berichtete Französisch-Lehrerin Katrin Leuschner.

Am Freitagvormittag war zunächst Arbeit angesagt. Nach einer ausführlichen Besichtigung des Gymnasiums und Unterrichtsbesuchen in den Klassen kümmerten sich die deutschen Zehntklässler und ihre französischen Freunde, die größtenteils die elften Klassen des Gymnasiums in Rozay-en-Brie besuchen, um ihr neues Fotoprojekt. Nach den Farben, die beim November-Besuch im Mittelpunkt standen, ging es diesmal um Klischees. Jeder brachte von zu Hause Utensilien mit, die in irgendeine Beziehung zu Deutschland oder Frankreich zu bringen sein könnten. Weinflaschen, Baguettestangen und Baskenmützen waren auf den Tischen in der Aula ebenso zu entdecken wie der bayerische Trachtenhut, die Uhr als Synonym für deutsche Pünktlichkeit, der Bierhumpen und andere typische Gegenstände. Pärchenweise zauberten die Schüler daraus kreative Fotomotive. "Die besten werden am Donnerstag prämiert", kündigte Katrin Leuschner an.

Staunen über die vielen jüngeren Schüler

Für Deutschlehrer Damian Rambure, der mit seinem Kollegen Jonathan Bertrand (Lehrer für Geschichte und Geografie) die französischen Schüler begleitet, ist die Beschäftigung mit den Klischees vom jeweils anderen Land vor allem mit jeder Menge Humor verbunden. "Das mal zu visualisieren, macht den Schülern sehr viel Spaß", erklärte er der Volksstimme.

Es sei auch erstaunlich, welche Bilder noch immer im Kopf seien. "Baskenmütze trägt bei uns beispielsweise keiner mehr", schmunzelte Rambure, um dann hinzuzufügen: "Außer im Baskenland." Damit nimmt diese französische Region wohl den Status ein, den hierzulande Bayern innehat, das mit seiner Kluft aus Dirndl, Lederhose und Sepplhut in vielen Köpfen weltweit irgendwie für ganz Deutschland steht.

Vorbereitet haben sich die deutschen Schüler auf das Thema im Vorfeld bereits mit der Anfertigung von Plakat-Collagen und einem lustigen Vortrag, mit dem die Diesdorferin Ellen Thräne und Hanna Schütte aus Kusey ihre Mitschüler und die französischen Gäste am Freitagvormittag in der Aula zum Lachen brachten. Erstaunt waren die Besucher aus Rozay-en-Brie darüber, dass in Beetzendorf so viele jüngere Schüler über die Gymnasiums-Flure laufen. "Das kennen sie bei sich nicht, dort beginnt das Gymnasium erst ab der zehnten Klasse", meinte Katrin Leuschner.

Am Freitagabend war dann deutsch-französische Party in der Aula angesagt, ehe das Wochenende dann ganz gemeinsamen Aktivitäten mit den Gastfamilien gehörte. In dieser Woche stehen jede Menge Ausflüge auf dem Programm. Den Auftakt machte am Montag die Fahrt in die Landeshauptstadt Magdeburg, wo unter anderem die Grüne Zitadelle (Hundertwasserhaus) besichtigt wurde.

Wolfsburg, Salzwedel und Bad Bevensen sind Ziele

Gestern ging es nach Wolfsburg. "Da besuchen wir unter anderem die Autostadt", erzählte Katrin Leuschner. Auch eine maritime Panoramatour wird für die Schüler veranstaltet. Heute steht Bad Bevensen auf dem Programm, wo die Jugendlichen in einem der größten deutschen Klettergärten auf 64000 Quadratmeter Fläche ihre Künste unter Beweis stellen können. "Anschließend geht es noch nach Uelzen, da lernen die Schüler den Hundertwasserbahnhof kennen, sozusagen als Ergänzung zur Grünen Zitadelle", so Leuschner.

Morgen heißt es dann Abschied nehmen. Zunächst fahren die Schüler gemeinsam nach Salzwedel, um die dortige Baumkuchenmanufaktur zu besichtigen und das süße Gebäck natürlich auch zu verkosten. Dann geht es auf die Rückfahrt nach Frankreich.

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