Die Dorfkirche in Hohenlangenbeck bekommt derzeit ein neues Dach. Mit den Arbeiten endet die Rundum-Sanierung, die im Jahr 2007 begonnen hat.

Hohenlangenbeck l Petra Schäfer schaut immer wieder zum Dach des kleinen Gotteshauses empor. Die Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Hohenlangenbeck ist glücklich. Denn die Mitarbeiter der Firma Kaul aus Fleetmark kommen gut voran. Die Biberschwänze werden per Kranausleger nach oben befördert. Die ersten waren gestern Morgen verlegt. Und sie werden gut verankert, damit sie jedem Sturm Stand halten können. "Ist doch ein tolles Bild, oder?", merkt sie an.

Mit diesen Arbeiten endet die Rundum-Sanierung der Kirche. "Damit haben wir im Jahr 2007 begonnen. Alles in so kurzer Zeit zu schaffen, das ist der extreme Wahnsinn", beschreibt Petra Schäfer.

Stiftungen und Spender helfen beim Finanzieren

Im Mai des Vorjahres, als der Abschluss der Restaurierungsarbeiten mit einem Festgottesdienst gefeiert wurde, wünschte sie sich nur noch eins: dass das Dach erneuert wird, weil bei starkem Schlagregen Wasser ins Innere eindringt. Das sei nicht gut für die etwa 570 Jahre alte Wandmalerei, die die Blicke im Kircheninneren auf sich zieht. Denn so oft gibt es solch eine bildliche Darstellung der Bibelgeschichte nicht.

Nur knapp ein Jahr später wird ihr Wunsch Wirklichkeit. Wiederum haben die Fördervereinsmitglieder sich um finanzielle Unterstützung bemüht, Stiftungen angeschrieben. "Wir hatten Glück. Wir haben gleich drei Zusagen erhalten: von der Marlis-Kressner-Stiftung aus Unterwössen (Oberbayern), von der Katharina-und-Gerhard-Stiftung aus Hamburg und von der Hermann-Reemtsma-Stiftung aus Hamburg", berichtet die Hohenlangenbeckerin. Aber auch eine Spende der Agrargesellschaft Siedenlangenbeck, private Spenden sowie Geld vom Kirchenkreis hätten dazu beigetragen, dass das Dach neu gedeckt werden kann. Die noch fehlende Summe habe der Förderverein beigesteuert. "Die Gesamtkosten belaufen sich auf 21000 Euro", sagt sie.

In das jetzige Schmuckstück seien insgesamt gut 180000 Euro investiert worden. Glockenturm und Fußboden seien erneuert worden. Die Glocke, die im Jahr 1551 gegossen wurde, sei ebenso wie Kirchentür, Altarblock, Kanzel und Antependium überholt worden. Die Holztaufe aus dem Jahr 1598, das Gestühl und die Empore (beides 1697 entstanden) seien restauriert worden. Und eben auch die Wandmalerei.

Richtfest im Jahr 1442 gefeiert

"Seit dem Vorjahr wissen wir auch mehr über das vermutliche Erbauungsjahr unserer Kirche", schildert Petra Schäfer. Ein Eichenbalken des Dachstuhls sei dendrochronologisch untersucht worden. Damit sei dem Holz einiges zu entlocken. "Die Eiche ist im Jahr 1384 gepflanzt und 1441 gefällt worden. Ein Jahr später ist der Dachstuhl gerichtet worden", sagt die Fördervereins-Vorsitzende. Überliefert sei ein Erbauungsjahr nicht gewesen. Es habe immer nur Schätzungen gegeben.

"Der Dachstuhl ist noch original", sagt Petra Schäfer und blickt wieder nach oben. Der Bereich über der Apsis sei wie ein halbes Sechseck geformt, seit über 500 Jahren. Insofern ist sie froh, dass die Denkmalbehörde eingewilligt habe, dass es so bleiben darf, auch wenn in der Altmark dieser Dachbereich bei Kirchen oft rund gestaltet sei.

Die neuen Biberschwänze lösen übrigens die Eindeckung ab, die 1966 erfolgte. "Allerdings wurden damals gebrauchte Biberschwänze von unterschiedlicher Qualität verwendet. Das war nicht das Gelbe vom Ei", urteilt die Hohenlangenbeckerin.

Am Tag des offenen Denkmals, 13. September, wird das kleine Gotteshaus offen stehen. "Von 13 bis 17 Uhr kann sich jeder, der Lust hat, bei uns umschauen", lädt sie Interessenten ein.

Dann blickt sie zur Mauer um die Kirche. Diese müsste auch noch saniert werden. Allerdings sind die geschätzten Kosten nicht gerade gering. Und dann sind da die Wurzeln der Gemeinde-Bäume, die in die Abgrenzung hinein wachsen. "Aber es wäre schon schön", sinniert Petra Schäfer.