Arendsee l "Die Phosphorbelastung im Arendsee hat keineswegs abgenommen und spätestens im Mai/Juni wird es die stärkere Sonneneinstrahlung zeigen in Form der ersten Blaualgenbelastung", erklärte Michael Hupfer vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie auf Volksstimme-Nachfrage.

Deshalb sei es für ihn keine Frage, dass die Phosphorfällung im Gewässer nötig sei. "Das wäre eine effektive Sofortmaßnahme, deren Langzeitwirkung durch die Begrenzung der Eintragsquellen von außen unterstützt werden muss", sagte er.

Denn zwar seien diese Eintragsquellen noch nicht zu 100 Prozent gefunden. "Aber dass sie über das Grundwasser vor allem aus dem Stadtgebiet kommen, wissen wir", betonte er. Dazu hatte auch das Testfeld aus Tauchwänden am Seeufer beigetragen.

Das sei zwar beim Januarsturm demoliert worden (Volksstimme berichtete), liege aber sicher am Seglerhafen und solle Anfang Mai repariert werden. "Und dann könnte es zugleich als Barriere an den Stellen dienen, wo das belastete Wasser in den See strömt."

"Zukunftsmusik ist es allerdings, dass das Wasser in diesem abgetrennten Bereich behandelt wird, damit nicht im gesamten See das chemische Gemisch zum Einsatz kommen muss", nannte Hupfer eine weitere Überlegung.

Er kenne die Meinungen, dass die vermutlich aus früherer landwirtschaftlicher Nutzung stammenden Phosphoreinträge irgendwann nachlassen und damit die Belastung immer weniger wird. "Aber im See selbst baut sich der bereits vorhandene Phosphor - 25 Tonnen - nicht einfach von selbst ab." Und dazu kommen jährlich weitere zwei Tonnen.

Positiv einzuschätzen seien die Maßnahmen zum Beispiel des Wasserverbandes Stendal-Osterburg zur Vermeidung von Grundwasserbelastungen. Im Zuge des Ausbaus der L 1 auf der Friedensstraße wurde der Mischwasserkanal saniert.

Bereits auf der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Der Arendsee hatte Hupfer die Kombination von internen und externen Sanierungsmaßnahmen befürwortet. Doch der damals von Friedemann Gohr vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft für das erste Vierteljahr 2015 angekündigte Antrag und Start des Genehmigungsverfahrens ist nicht in Sicht. Beim Altmarkkreis Salzwedel liegt derzeit kein Antrag durch das Landesverwaltungsamt vor.