Salzwedel l Salzwedel liegt bei Touristen im Trend. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Stadt 2014 ein deutliches Plus bei Tagesgästen und Übernachtungen. In der Stadt angekommen wollen die Besucher natürlich informiert werden, unter anderem mit Stadtführungen. Der Salzwedeler KulTour-Betrieb kann dabei auf zwölf aktive Stadtführer setzen, doch ihre Zahl reicht langfristig kaum aus. "Deshalb haben wir die Idee entwickelt, weitere Gästeführer auszubilden", sagt Constanze Neuling, Leiterin der Salzwedeler Tourist-Information. In Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung und der Urania Salzwedel startete der städtische Eigenbetrieb im September mit dem Kurs.

Nach 156 Unterrichtsstunden ging dieser nun am Sonnabend mit einer Präsentationsrunde zu Ende. Insgesamt 17 Teilnehmer lernten bei dem Seminar nicht nur vieles über die Geschichte Salzwedels. "Auch auf die Methodik und Didaktik bei Führungen haben wir viel Wert gelegt", erklärte Constanze Neuling.

Kurs als Binnenwerbung

Nach der Abschlusspräsentation erhielt der Mehrzahl der Teilnehmer ein Zertifikat und einen Pass, die ihnen die Ausbildung zum "Geprüften Gästeführer" bescheinigen. Teilgenommen hat auch Dagmar Hauptstein aus Chüttlitz. "Nachdem ich in den Vorruhestand gewechselt bin, wollte ich etwas Sinnvolles machen", sagt die ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin. Vor allem die Stadtgeschichte Salzwedels sei für sie interessant gewesen, erzählt sie. "Und ich habe Ecken in Salzwedel entdeckt, die ich selbst noch nicht kannte". Mit ihrer Präsentation eines Stadtrundgangs der Salzwedeler Neu- und Altstadt gesondert berücksichtigt, hat Dagmar Hauptstein das Kursleiter-Team um Wolfgang Fölsch, Ludger Nagel und Constanze Neuling besonders beeindruckt. Doch, ob sie künftig tatsächlich Gäste durch die Stadt führen wird, hält sich die Chüttlitzerin offen. Damit steht Dagmar Hauptstein nicht allein. "Die Intentionen der Teilnehmer, am Kurs teilzunehmen, waren ganz verschieden", sagt Constanze Neuling. Vielen Älteren gehe es vor allem darum, sich weiterzubilden. Andere wollten ihre Qualifikation einfach nur auffrischen.

Und so wird wohl nur ein Teil der neuen Gästeführer künftig auch dem Kultour-Betrieb zur Verfügung stehen. Constanze Neuling sieht es positiv. Der Kurs diene natürlich auch dem Innenmarketing der Stadt, betont sie.