Salzwedel l Erst im Januar zu den besten 20 von 110 teilnehmenden Schulen gekürt, hat es die Jeetzeschule nun doch nicht unter die 15 Finalisten für den Deutschen Schulpreis 2015 geschafft. Darüber informierte gestern Michael Herm, Mitarbeiter der Robert-Bosch-Stiftung, die den Preis gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung vergibt.

Gründe nannte Herm nicht. Auch dazu, ob ein Zusammenhang mit einem 27-seitigen internen Bericht des Kultusministeriums besteht, äußerte er sich nicht.

Knappe Entscheidung

Offenbar ist die Entscheidung der mit renommierten Bildungswissenschaftlern besetzten Jury aber knapper ausgefallen, als man vermuten könnte. Nach Informationen der Volksstimme hatten deren Mitglieder nach ihrem Besuch in der Schule im Februar kontrovers darüber diskutiert, ob die 260 Schüler zählende Gesamtschule ins Finale einziehen sollte.

Berthold Schulze, Geschäftsführer der Jeetze-schule, berichtete gestern auf Nachfrage, ein Sprecher der Jury habe sich bei der Bekanntgabe der Entscheidung Zeit für ein längeres Telefonat genommen. "Man hat uns sogar angeboten, dass ein ausführliches Gespräch bei uns in der Schule stattfinden kann", sagte er.

Den Ausgang des Wettbewerbs bewertet Schulze dann auch positiv. "Wir haben immer gesagt, unter die besten 20 zu kommen, war ein Riesenerfolg." Natürlich hätten sich Schüler, Lehrer und Vorstand des Trägervereins gewünscht, noch weiter zu kommen. "Aber das ist uns diesmal eben nicht gelungen." Die Schule profitiere dennoch von der Teilnahme am Wettbewerb. "Wir haben von wirklichen Fachleuten so viele Informationen und natürlich auch Kritik bekommen", sagte Schulze. "Wann kriegt man so etwas schon mal."

Erneute Teilnahme fraglich

Ob sich die Jeetzeschule bei der nächsten Runde des Deutschen Schulpreises erneut bewerben wird, ließ Schulze offen. "Das ist eine Frage der Zeit und braucht Vorbereitung", erklärte er. Aus Sachsen-Anhalt hatten sich neben den Salzwedelern vier weitere Schulen um den Deutschen Schulpreis 2015 beworben. Einzig die Jeetzeschule schaffte es mit ihrem Konzept unter die besten 20. Die 15 Finalisten sind nun zur Preisverleihung am 10. Juni mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin eingeladen. Die Jury vergibt dabei sechs Hauptpreise. Der Gewinner-Schule winkt ein Preisgeld von 100000 Euro.