Diesdorf l Es gab keinen Platz mehr am Mittwochabend im Versammlungsraum des Diesdorfer Rathauses. Zahlreiche Hohengriebener wollten den Mitgliedern des Bauausschusses deutlich machen, wie wichtig ihnen die Rekonstruktion der alten Schulscheune für ihren Ort ist. Und sie hatten sich vorbereitet, in einem Brief an die Ratsmitglieder des Fleckens im Vorfeld der Sitzung noch einmal dargelegt, dass nahezu 15 Jahren nach Möglichkeiten gesucht werde, das historische Gebäude zu retten. Sie hätten Arbeitseinsätze geleistet und sind auch bereit, eigene Mittel zu investieren, um die Substanz des in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf Anordnung des Preußenkönigs Friederich II. errichteten Ortes in seiner Gesamtheit zu erhalten. Auch für die Folgekosten wolle man sich um Spenden bemühen, so Tino Fuhrmann. Immerhin hatten die Hohengriebener bereits im Juni 2011 beantragt, die Prämie für den 2. Platz im Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" für die Scheune einzusetzen. Auf ihren Antrag hatten sie jedoch drei Jahre später noch keine Antwort erhalten.

Derzeit ist die Rekonstruktion der Schulscheune als Projekt für das Leader-Programm eingereicht. Gerhard Schulz zählte in seinen Erläuterungen die Verwendungszwecke auf: Es solle nicht nur ein Treffpunkt für die Einwohner sein, sondern könne für die Reihe "Kultur an besonderen Orten" zur Verfügung stehen, da seitens des Gutes Zichtau Interesse an Hohengrieben signalisiert wurde. Da Hohengrieben keine Trauerhalle habe, könne die Scheune auch dafür verwendet werden. Die Hülle des Gebäudes und zwei Toiletten würden fürs Erste reichen, fügte Gerhard Schulz hinzu. Immerhin steht das Projekt mit der Gemeinde Diesdorf als Projektträger im Handlungsfeld 3, das Vorhaben im Bereich des Erhalts des historischen und kulturellen Erbes und die Stärkung des touristischen Angebots umfasst, bereits an erster Stelle.

Allerdings gab es von Seiten der Mitglieder des Bauausschusses und von Bürgermeister Fritz Kloß erhebliche Einwände gegen das Anliegen aus Hohengrieben. Kindergruppen oder Ausflügler, die Hohengrieben als Ziel einer Kutschentour auserkoren haben, könnten ebenso im Dorfgemeinschaftshaus Mehmke informiert werden, meinte Ausschuss-Vorsitzender Daniel Rieck. Die rekonstruierte Scheune sei de facto ein Dorfgemeinschaftshaus, fügte Bürgermeister Fritz Kloß hinzu. "Und wir sind gerade dabei, die Zahl der Dorfgemeinschaftshäuser zu reduzieren."

Kloß brachte jedoch die Möglichkeit eines Fördervereins ins Spiel. "Dieser habe größere Chancen, Fördermittel einzuwerben", begründete er.

Tino Fuhrmann schlug vor, die Diesdorfer Ratsmitglieder nach Hohengrieben einzuladen, um sich das Projekt anzusehen. "Zu einer Einwohnerversammlung sind die Räte herzlich eingeladen, aber es wird keine Ratssitzung in Hohengrieben geben", stellte Kloß klar.

Daniel Rieck stellte schließlich die Variante, 2017 seitens der Gemeinde einen Förderverein zu unterstützen, zur Abstimmung. Die beiden anderen anwesenden stimmberechtigten Ratsmitglieder befürworteten den Vorschlag. Die Möglichkeit, dem künftigen Förderverein auch das Grundstück für einen symbolischen Euro zu übertragen, wies Gerhard Schulz mit dem Hinweis zurück, dass dem Förderverein Darre auch nicht das Grundstück gehöre, auf dem die Darre steht.