Salzwedel/Magdeburg l Die sogenannte Amerikalinie Stendal-Salzwedel-Uelzen wird in den kommenden Jahren auf einer Länge von 21 Kilometern zweigleisig ausgebaut. Dies sei Voraussetzung für die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten im Güterverkehr, vor allem zur "Aufnahme von Seehafenhinterlandverkehren". Im Reiseverkehr vergrößere sich die Flexibilität der Betriebsführung. So jedenfalls formuliert es die Deutsche Bahn, die für diesen Streckenabschnitt rund 57 Millionen Euro investieren will. Die Fertigstellung ist für 2016 vorgesehen.

In einer ersten Baustufe erfolge der zweigleisige Ausbau der Streckenabschnitte Hohenwulsch-Brunau-Packebusch und Rademin-Salzwedel. Die Inbetriebnahme des zweiten Gleises ist im dritten Quartal dieses Jahres vorgesehen.

Im Vorfeld sind unter anderem Rückschnittarbeiten und Rodungen vorgenommen worden. Im Januar wurden Weichenverbindungen im Bereich Hohenwulsch und Brunau-Packebusch sowie im Bereich Rademin und Salzwedel eingebaut. Danach begannen laut Bahnangaben umfangreiche Erdbauarbeiten für den Ausbau des zweiten Gleises. Zudem werden die Oberleitungsanlagen und die Sicherheitstechnik auf den aktuellen, notwendigen Stand gebracht. Die komplette Fertigstellung der Strecke ist nach Auskunft der Deutschen Bahn für 2020/2021 vorgesehen.

Profitieren wird von dem Ausbau allerdings überwiegend der Güterverkehr. Aber auch für den Personennahverkehr soll der Ausbau Positives bringen. Dies sagte zumindest Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter für Sachsen-Anhalt, jüngst in einem Pressegespräch. Damit zielte er auf die Kritik von Anwohnern, die zusätzliche Belastungen durch Lärm befürchten. Kaczmarek wies darauf hin, dass der zweigleisige Ausbau nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch eine Zeitersparnis für Personenzüge mit sich bringe. Schließlich würden Wartezeiten durch einspurigen Begegnungsverkehr wegfallen.

Die Bürgerinitiative Amerikalinie befasste sich in ihrer gestrigen Hauptversammlung auch mit diesem Thema. Dabei wurden die Ergebnisse der Vorstandsarbeit dargestellt, die sich insbesondere nach dem Beginn des zweigleisigen Ausbaus mit dem Bau von Lärmschutzeinrichtungen zu Schutz der Pretzierer Bürger befasst hatte. Darin eingebunden seien auch die Stadt Salzwedel sowie der Ortschaftsrat gewesen.