Nach 45 Arbeitsjahren geht Kleinaus Hausmeister Karl-Heinz Ritter in Rente. Rote Tulpen, ein Bild voller Hände und Präsente nimmt er als Abschiedsgeschenke aus "seiner" Kindertagesstätte Gänseblümchen mit. Der Mann für alle Fälle stellt sich nun unter das "Kommando" von Ehefrau Roswitha.

Kleinau l "Bin im Ruhestand - mein einziger Chef ist jetzt meine Frau!" Der Spruch steht auf seinem T-Shirt, das der 63-Jährige zur Abschiedsparty in der Kleinauer Kindertagesstätte Gänseblümchen trug: Karl-Heinz Ritter - für Kinder und Erzieherinnen einfach Kalle - ist Rentner. Vorbei ist für ihn die Zeit der Notreparaturen an Kinderstühlen und -tischen, an Waschbecken oder Karussells.

Seit 1999 war er erst in der Schule, dann in der Kita der Mann für alle Fälle. "Er hat uns jeden Auftrag förmlich von den Augen abgelesen", schätzte Erzieherin und langjährige Kollegin Petra Schulze schwärmend ein. Das bestätigte auch Kitaleiterin Heike Reisener und überreicht das Präsent: Ein Gutschein für einen Restaurantbesuch.

Von allen Frauen gibt es Blumen, von allen Mädchen und Jungen auch: Sie überreichen ihrem Kalle rote Tulpen zum Abschied vom Berufsleben. Und bringen dem gerührten Rentner ein musikalisches Ständchen.

Abschiedsworte fallen auch in der Runde mit Ritters Kollegen vom Wirtschaftshof, zu dem er seit 2009 gehörte. Wer nun seine Nachfolge als Gemeindearbeiter antritt, ist noch offen.

"Ich will meine Zeit nun nutzen, um noch mehr sportlich aktiv zu sein", freute Ritter sich auf die kommenden Jahre. Mit dem Fahrrad um den See oder bei Regen "Trockentouren" auf dem heimischen Hometrainer sind ein tägliches Muss. "Und ich werde meine Enkeltöchter Frida Karlotta (4) und Ellie Luise (14 Monate) in Dresden öfter besuchen", kündigte er an.

Dass er sich um Haus und Hof kümmert, versteht sich von selbst. Dafür, dass er das nicht vergisst, sorgt seine Ehefrau Roswitha.

Mit ihr ist Kalle Ritter seit 40 Jahren verheiratet. "Als wir uns beim Jugendtanz in Heiligenfelde kennenlernten, trug ich noch lange Haare", blickt er schmunzelnd zurück.

Geboren in Packebusch wuchs er in Einwinkel und Boock auf. Im Kleinauer Betonwerk arbeitete er 24 Jahre lang, bevor er nach der Wende als Zimmermann in die Ferne zog. Nach einem schweren Unfall 1993 musste er eine Zwangspause einlegen. 1999 begann er seine Tätigkeit als Hausmeister in Kleinau.