Der Jübarer Haushalt für 2015 steht. Einstimmig votierte der Rat am Dienstagabend für das erste doppische Zahlenwerk.

Jübar l 182900 Euro muss die Gemeinde Jübar in diesem Jahr der Rücklage entnehmen, um den Haushalt auszugleichen. Doch das Polster, das der Kommune zur Verfügung steht, ist nach wie vor hoch. "1275500 Euro betrugen unsere Reserven zum 1. Januar 2015", verkündete Bürgermeister Carsten Borchert zu Beginn der Etatberatungen am Dienstagabend im Gemeinderat stolz. Dazu kommt, dass die Gemeinde schuldenfrei ist.

Schwierig war es für die Räte, sich durch das neue doppische Zahlenwerk durchzufinden, zumal Kämmerin Dorlis Reimann diesmal nicht als Hilfe zur Verfügung stand. "Ich hätte sie wohl besser einladen sollen", entschuldigte sich Borchert nach Kritik aus den Ratsreihen. Vor allem, dass keine Vergleichszahlen des Vorjahres angegeben waren, stieß auf Unverständnis. "Wir hängen hier im luftleeren Raum und können die eingestellten Summen nicht beurteilen, ohne zu wissen, was 2014 ausgegeben wurde", schimpfte der Hanumer Wolfgang Schulz. Hagen Drenkmann sprach sogar von "Verdummung" und einer "so schlechten Vorlage, wie ich sie noch nicht gesehen habe".

Der Bürgermeister versicherte, dass es keine gravierenden Veränderungen gegenüber 2014 gegeben habe. "Frau Reimann hat mir gesagt, dass keine Ausreißer dabei sind und wenn doch, dann zum Positiven", erklärte er. Dennoch werde er darauf drängen, dass die Vergleichszahlen des Vorjahres in der nächsten Sitzung jedem Ratsmitglied vorliegen.

Im Ergebnishaushalt stehen Einnahmen von 1454800 Euro Ausgaben von 1687500 Euro gegenüber. Hier wurden vor allem Mittel für die Unterhaltung und Bewirtschaftung der gemeindlichen Einrichtungen eingestellt, die sich an den Ausgaben des Vorjahres orientieren. So sollen Werterhaltungsarbeiten an einigen Dorfgemeinschaftshäusern erfolgen. In Nettgau ist geplant, die Außentür aufzuarbeiten, in Lüdelsen werden 3500 Euro in die Außenfassade investiert und das Jübarer Dorfgemeinschaftshaus soll eine mobile Rampe bekommen. "Das war eine Anregung der Senioren, da der jetzige Zugang für manche sehr beschwerlich ist", berichtete Carsten Borchert.

Die Lüdelsener Jugendlichen wünschen sich eine Erweiterung ihres Domizils auf dem Osterberg. Hierfür wurden ebenfalls Mittel eingestellt wie für die Seniorenbetreuung und für die Brauchtumspflege in den Ortsteilen. Für letztere stehen 8000 Euro zur Verfügung. Vereinen der Gemeinde werden Zuschüsse auf Antrag bewilligt, auch dafür steht eine Summe im Etat bereit.

Mit 3000 Euro will sich die Gemeinde an der Hanumer 700-Jahr-Feier beteiligen, die vom 11. bis 13. September über die Bühne gehen soll. Und auch der Jübarer Frauenchor, der 35 Jahre alt wird, darf sich über einen Zuschuss freuen. Für die geplante Sanierung der Außenfassade der Jübarer Kirche stellt die Gemeinde 500 Euro bereit.

Dem Haushalt 2015 stimmten die Mitglieder des Jübarer Rates geschlossen zu. "Jetzt muss er nur noch von der Kommunalaufsicht bestätigt werden", so Borchert erleichtert.