Salzwedel l Es ist die sechste Konzertreise, mit der Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert für Salzwedel und deutsche Musik im Ausland werben wird. Am 14. Mai startet er zum ersten Mal nach Nordamerika, wird dort die USA und Kanada besuchen. "Ich habe eine Einladung der deutschen evangelischen Gemeinden in Washington, Ottawa und New York erhalten", erzählt Matthias Böhlert, der für die Fahrt Urlaub nimmt. Einen finanziellen Zuschuss sowie ideelle Unterstützung gebe es vom Lothar-Kreyssing-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Erlös des ersten Auftritts für Obdachlose

Sein Können beim Orgelspiel wird der Salzwedeler am 17. Mai erstmals unter Beweis stellen. Dann wird er nicht nur den Gottesdienst in der deutschen evangelischen Gemeinde Washington musikalisch begleiten, sondern auch ein Benefiz-Orgelkonzert spielen. "Pfarrer Olaf Wassmuth ist dort Pfarrer. Er kümmert sich um Obdachlose. Der Erlös des Konzerts soll diesen zugute kommen", berichtet der Kirchenmusikdirektor. Er hofft, dass auch Altmärker etwas von ihrem Reichtum abgeben, um den auf der Straße Lebenden zu helfen (Kontoverbindung siehe Infokasten). Der Gast wird ein buntes Programm vom Barock bis zum 20. Jahrhundert spielen. Werke deutscher Meister wie Bach, Händel und Mendelssohn-Bartholdy werde er ebenso zu Gehör bringen wie von Komponisten der Jetzt-Zeit, zu denen Johannes Matthias Michel gehört. "Es wird auch Jazzmusik erklingen. Alles soll ein bisschen locker sein", blickt er voraus.

Danach geht es weiter nach Ottawa. Dort wird der Salzwedeler Pfarrer Friedrich Demke wiedersehen, den ältesten Sohn des ehemaligen Landesbischofs D. Christoph Demke von der Kirchenprovinz Sachsen. Über diesen sei auch der Kontakt entstanden, schildert Matthias Böhlert. Dort werde er ein Orgelkonzert in St. Peter`s geben und den Gottesdienst am Pfingstsonntag als Organist musikalisch begleiten. Zwischendurch geht es nach Montreal: Dort steht ein Auftritt in der Christ Church Cathedral an.

Matthias Böhlert freut sich auch auf einen kurzen Urlaub, der ihn nach Quebec führen wird. Das sei eine durch die französische Kolonialzeit geprägte Stadt. Schlendern durch die Gassen, neue Eindrücke einsaugen. "Auf die Stadt bin ich durch ein Buch neugierig geworden", erzählt er.

Anschließend geht es nach New York, wo der Kirchenmusikdirektor ein halbstündiges Konzert nach dem Gottesdienst der deutschen evangelischen Gemeinde St. Paul`s geben wird. "Und ich möchte das Weiße Haus sehen", nennt er einen Wunsch. In dieser Stadt wird er wohl auch dem Konzertorganisten Steven Tharp begegnen, der im nächsten Jahr ein Orgelkonzert in der Salzwedeler Katharinenkirche geben wird.

Konzert in der größen Kirche Amerikas

Matthias Böhlert freut sich darauf, wieder viele Menschen kennenzulernen. Denn er versteht sich als eine Art Botschafter, um die Altmark bekannter und die Gesprächspartner neugierig darauf zu machen. Er möchte aber auch mehr erfahren über die Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und für die er ein Benefizkonzert geben wird.

Im Juli wird der Salzwedeler übrigens noch einmal nach New York fliegen, dann mit seinem Sohn Ephraim. "Ich werde am 19. Juli in Washington in der größten Kirche Amerikas spielen", freut er sich bereits jetzt. Die dortige Orgel habe 172 Register. Es werde das größte Instrument sein, auf dem er bislang gespielt habe. Danach fliege er mit seinem Sohn nach Portugal weiter. "Dort machen wir dann Urlaub", verrät Matthias Böhlert.