Salzwedel hat sich seit der Wende städtebaulich enorm entwickelt. Das wurde bei der Teilnahme der Stadt am ersten bundesweiten Tag der Städtebauförderung deutlich. Die Aussichten aber sind eher trübe.

Salzwedel l Es war eine Premiere, und auch wenn die Veranstalter wohl auf größeres Interesse gehofft hatten, ist sie geglückt. Salzwedel hat sich am Sonnabend mit einer Auftaktveranstaltung und Exkursionen am erstmals ausgerichteten bundesweiten Tag der Städtebauförderung beteiligt. Mit einem Foto-Vortrag in der Mönchskirche sowie Führungen durch Kirchen, Wohnhäuser und das künftige Kunsthaus zeigten Eigentümer und Stadtmitarbeiter ihren Gästen, welch rasante bauliche Entwicklung die Hansestadt dank öffentlicher Förderprogramme in den Jahren seit der Wende genommen hat.

400 private Gebäude saniert

Lediglich 50 Besucher kamen zum Auftakt am Vormittag in die Mönchskirche. Von dem, was Stadtmitarbeiterin Ines Kahrens ihnen präsentierte, zeigten sie sich aber beeindruckt. Fast 50 Millionen Euro Fördermittel aus drei Programmen sind demnach seit der Wende in die Stadtentwicklung Salzwedels geflossen (siehe auch Infokasten). 400 private Gebäude konnten allein aus Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes saniert werden. 65 Prozent der Bausubstanz im Stadtkern gelten heute als saniert.

Wen die Zahlen nicht erreichten, den beeindruckten spätestens die Bilder. "Unglaublich, wie es damals hier aussah", raunte eine Besucherin, als Kahrens Fotos aus der Alten Jeetze von 1990 mit aktuellen Aufnahmen verglich.

Schwindende Mittel, sinkende Einwohnerzahl

Doch so positiv die Bilanz der ersten 25 Jahre seit der Wende auch ausfällt - die Geschwindigkeit bei der Stadtsanierung zu halten, dürfte in den kommenden Jahren schwieriger werden. Grund ist neben dem Bevölkerungsrückgang die Tatsache, dass die Stadt alle Förderprogramme bis auf Abrisse mit Eigenmitteln flankieren muss. Beim Städtebaulichen Denkmalschutz sind das 20 Prozent, bei der Aufwertung von Gebäuden über das Programm Stadtumbau Ost sogar ein Drittel. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit dürften damit künftig noch stärker zu dem Kriterium für städtische Investitionen werden. Für vom Verfall bedrohte historische Häuser wie die Speicher in Lohteich und Neuperverstraße sind das eher schlechte Nachrichten.

Die Gegenwart allerdings ist schön anzuschauen. Davon überzeugten sich die Besucher des Aktionstages am Nachmittag etwa im barocken Wohnhaus Radestraße 13, dem Westvorbau der Katharinenkirche oder der Marienkirche - allesamt erfolgreich abgeschlossene Sanierungsprojekte, dank Förderprogrammen.

Der Tag der Städtebauförderung ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Städten. Ziel ist es, die Bürgerbeteiligung zu stärken. Der Tag soll künftig jährlich auch in Salzwedel stattfinden.

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