"Au clair la Lune - Bei des Mondes Scheine" nennt Bodypainterin Christina Maria Steffens ihre Ausstellung. Im Kreuzgang Arendsee präsentiert sie Fotos von fantasievoll bemalten Körpern. Motive sind Natur, Tiere und Fabelwesen.

Arendsee l Einige der Models, deren bunt und fantasievoll bemalte Körper in der Galerie im Kreuzgang des Arendseer Klosters zu sehen sind, waren bereits im September 2012 dabei. Da hatte Bodypainterin Christina Maria Steffen aus Gedelitz im Wendland ihre erste Exposition eröffnet. Am Sonntagnachmittag folgte Nummer zwei.

Zu den "guten Bekannten" gehören auch Lieselotte Sprockhoff aus Lüchow und Sabine Schulz aus Dünsche. Sie - Mutter und Tochter - hatten als jüngste im Familienbunde Eilin Schulz mitgebracht. Alle drei sind als Frühlingstrio mit bemalten Gesichtern im gerahmten Foto zu entdecken.

Und allein sind die drei Frauen als Körperkunstaufnahmen in weiteren Bilderrahmen ausgestellt. Ebenso Neuling Andrea Schulz aus Salzwedel, die als stolzer Phönix dargestellt wird. Eine weitere Bildvorlage lieferte Melanie Brunecke aus Gartow, die mit einem Steinadler auf der Brust mit einem Mäusebussard auf dem Zaun posiert. Unter dem Bild ist ein Ausschnitt aus Steffens Geschichte von "Jack und das Geheimnis von Elagila" zu lesen, in der auch ein Mäusebussard vorkommt.

Das Titelfoto "Au clair la lune" zeigt den Mann im Mond auf einer Schaukel, der auf einer Pobacke eines ansonsten fast unsichtbaren Köpers prangt.

Unter dieser und den anderen Aufnahmen können die Betrachter Zeilen von Dichtern wie Hermann Hesse, Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern oder Erich Kästner lesen.

"Haut ist eine ganz besondere Leinwand, unter der Leben pulsiert", erklärte die Künstlerin. Neben der künstlerischen Seite sei der menschliche Aspekt wesentlich bei ihrer Arbeit. "Ohne einen Menschen, der sich von mir bemalen lässt, kann ich nichts erschaffen", betonte sie. Während des Malens entstehe eine Nähe und Vertrautheit, die so im Alltag selten zu erleben sei. Dabei sei jedes Motiv wie jedes Modell einzigartig. "Und die Bilder erwachen nur zum Leben durch das Modell, mit Haut und Haar." Die Ergebnisse dieser Symbiose stelle sie zum zweiten Mal in der wunderbaren Atmosphäre des Klosters aus.

Die Freude darüber teilte sie mit den rund 70 Besuchern, die Doris Schützel vom Vorstand des Klostervereins Arendsee begrüßte und zum Rundgang durch die Ausstellung einlud. "Ich freue mich besonders, einen neuen Jahreskalender mit Bildern der Künstlerin erwerben zu können", sagte sie. Einer hänge schon bei ihr zu Hause.

Den neuen Kalender ziert als Januar-Deckblatt das Bild einer Frau im Pelzmantel (übrigens Steffens Großmutter), die einen Marder aus dem Ausschnitt schauen lässt. "Bei uns auf dem Grundstück leben viele Marder, da kam mir die skurrile Bildidee", beschrieb Steffens.

Ihre Werke sind bis zum 18. Juni im Kreuzgang ausgestellt. Wer mit ihr ins Gespräch kommen will, kann das zu folgenden Zeiten tun: Donnerstag, 21. Mai, von 14.30 bis 16.30 Uhr, Freitag, 22. Mai, von 11.30 bis 13.30 Uhr, Sonnabend, 23. Mai, von 14.30 bis 16.30 Uhr, Pfingstsonn- und -montag jeweils von 12 bis 14 Uhr.

 

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