Geduldstest für Autofahrer: Friedens- und Bahnhofstraße sind Sackgasse. Die Kreuzung wird ausgebaut. Der Asphalt und das alte Pflaster sind verschwunden. Hauptversorgungsleitungen und Hausanschlüsse werden erneuert. Eine Archäologin ist auf der Suche nach historischen Funden.

Arendsee l "Bis auf Haushaltsscherben und andere Stücke habe ich hier noch nichts gefunden", erklärte Antje Lehmann vom Landesamt für Denkmalspflege und Archäologie gestern gegenüber der Volksstimme. Sie geht an ihr Werk, wenn der Bagger zuvor die Gehwegplatten an der Friedensstraße abgerissen hat. Denn an der Friedensstraße hat im ersten Bauabschnitt der Bau der neuen Gehwege begonnen. Und bei den Tiefbauarbeiten, wie auch schon im März am Straßenkörper, ist die Archäologin mit von der Partie. Ein paar Feldsteine aus einem Hausfundament waren der größte Fund bisher.

Archäologische Funde bisher ohne Baustopp

"Aber bisher gab es keinen Grund, die Bauarbeiten zu stoppen", sagte sie. Gestern buddelte sie auch an der aufgebaggerten Kreuzung zwischen Friedens- und Bahnhofsstraße, wo der dritte Bauabschnitt begann. Bevor dort die Unterbauarbeiten beginnen, werden die Wasseranschlüsse zu den Häusern, Elektroanschlüsse und Breitbandkabel verlegt.

Der eigentlich zweite Abschnitt in der Bahnhofstraße folgt. Geplant ist ein Ausbau bis zum Feuerwehrgerätehaus am Dessauer Worth.

Für die Autofahrer ist das Geschehen schon jetzt ein Geduldstest, da sowohl die Friedensstraße als auch die Bahnhofstraße zur Sackgasse geworden sind. Die Anlieger kommen mit ihren Fahrzeugen nicht mehr bis an ihre Grundstücke oder nur über den Wendlandweg, Südpromenade oder das Dessauer Worth. Hotelgäste vom "Deutschen Haus" haben Glück: Sie können über die Friedensstraße aus Richtung Marktplatz anfahren.

Die Regelung wurde in Absprache zwischen Stadt, Baufirma und Hotelier getroffen. Auch für die Müllentsorgung gibt es Sonderregelungen.

Für alle motorisierten Einheimischen und Gäste gilt die aufwendige Umleitung über die Holperpisten von Gestiener und Osterburger Straße sowie die gut ausgebaute neue Feldstraße und umgekehrt.

Erst Ende August ist der Abschluss des 650 000-Euro-Projekts an der L 1 durch Arendsee geplant, das die Landesbaubehörde, der Wasserverband Stendal-Osterburg und die Kommune gemeinsam finanzieren.

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