Zum 9. Internationalen Folklorefestival reiste die Salzwedeler Tanzgruppe Fitschebeen. Die Altmärker standen im slowenischen Kozje nicht nur auf der Bühne, sondern warben auch für die Stadt und den Kreis.

Salzwedel/Kozje l Rund 200 Tänzer aus Südost-Europa, Italien und Deutschland trafen sich am Himmelfahrtswochenende im slowenischen Kozje zum 9. Internationalen Folklorefestival unter dem Mantel des CIOFF (Conseil International des Organisations de Festivals de Folklore et d´Arts Traditionnels). Mit dabei waren auch sieben Frauen und fünf Männer der Salzwedeler Tanzgruppe Fitschebeen.

"Seit 2001 fahren wir nach Slowenien in das Naturschutzgebiet Kozjanski Park. Bisher aber immer nur zum Apfelfest im Herbst in Podsreda", erklärt Thomas-Ansgar Müller, Mitglied der "Beene". Erstmals besuchte nun die Gruppe die Gegend im Frühjahr.

Vor dem großen Festival-Auftritt blieb Zeit fürs Proben, und die Gegend zu erkunden. Als die Tänzer aus der Altmark das erste Mal die Aufführungen ihrer Kollegen aus Slowenien und den anderen Ländern sahen, waren sie sehr beeindruckt. Die anderen Ensembles waren mit mindestens 20 Tänzern angereist und brachten fünf bis acht eigene Musiker mit. Und so unterschiedlich wie die Musik, waren auch die Tänze, die die Gruppen aufführten. "Wobei man eher von Tanzbildern sprechen muss, die zusammengesetzt und aneinandergereiht präsentiert wurden", erläutert Thomas-Ansgar Müller. Fitschebeen tanzte, bis auf das "Altmark Medley" einzelne Stücke. "Das war wiederum für die anderen Ensembles interessant, da sie dies so in ihrem Heimatländern nicht kennen", erläutert Müller.

Improvisierter Gastauftritt in der Hotellobby

Nach den Proben am Himmelfahrtstag, stand am Freitag eine Tour in das Kloster Olimje mit der drittältesten Apotheke Europas an. Im Anschluss besuchten die "Beene" eine Chocolateria und anschließend noch ein beliebtes Ausflugslokal mit freilaufenden Rehen. Am Abend gab es einen improvisierten Auftritt in einem Hotel der Therme Olimje. Eigentlich sollten die Salzwedeler auf der Freilichtbühne auftreten. Doch das Wetter hielt die Gäste ab. Deshalb tanzten die Slowaken, Italiener und Altmärker spontan in der Lobby eines der drei großen Hotels der Ferienanlage der Therme.

Der Sonnabend stand ganz im Zeichen des Festivals. Bevor es am Abend auf die Bühne ging, stand ein Empfang bei der Bürgermeisterin auf dem Programm. "Sie war sehr freundlich und sprach gut Deutsch - wie überraschend viele Menschen dort. Wir überreichten einen Baumkuchen und Informationsmaterial zu Stadt und Kreis", erklärt Müller. Auch beim Festival warben Fitschebeen mit einem Stand für den Altmarkkreis und die Hansestadt Salzwedel.

Slowenischer Bauerntanz und altmärkische Schritte

Ab 18 Uhr zeigten alle Gruppen ihr Können. Zum Auftakt stand eine slowenische Kindertanzgruppe auf der Bühne. Dann wechselten sich einheimische und ausländische Tänzer ab. Vor dem Auftritt war die Aufregung bei den "Beenen" groß. Doch mit einem slowenischen Bauerntanz, kombiniert mit altmärkischen, hatten sie das Publikum auf ihrer Seite. Nach der Show war aber noch lange nicht Schluss. Bei Live-Musik feierten alle Teilnehmer bis nach Mitternacht, bis sich am Sonntag die Wege der Tänzer aus mehreren Ländern wieder trennten.

Inspiriert von dieser Veranstaltung, möchte die Gruppe "Fitschebeen" zu ihrem 40-jährigen Bestehen 2017 ein ähnliches Festival ausrichten. "Die Vorbereitungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Wir wollen Mitglied im CIOFF werden, Kontakte zu den Gruppen ausbauen, einen Termin fixieren, und so weiter", blickt Thomas-Ansgar Müller voraus. "Vielleicht lässt sich die Veranstaltung, für die sich der Burggarten anbieten würde, mit dem Hansefest kombinieren", denkt Müller über das Festival laut nach.

Aber noch ist das Festival in weiter Ferne und die befreundeten Tänzer aus Kozje besuchen die Salzwedeler Gruppe Fitschebeen noch in diesem Jahr. Zum Kartoffelfest im Diesdorfer Freillichtmuseum haben sich der Direktor und Mitarbeiter des Kozjanski Nationalparks, die Bürgermeisterin und das Ensemble angesagt.

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