Salzwedel l Im Kampf um den Erhalt des Mehrgenerationenhauses (MGH) ruft der Salzwedeler David Steinke für Pfingstmontag, 25. Mai, zu einer Kundgebung in der Breiten Straße auf. Unter dem Titel "Wir für euch, ihr für uns" wollen Unterstützer des Hauses dabei von 16 bis 17 Uhr Unterschriften sammeln. Geplant sind außerdem Redebeiträge und ein Gruppenfoto.

"Wir möchten betonen, dass wir uns nicht gegen etwas, sondern für etwas aussprechen", heißt es auf einer Facebook-Seite der Veranstalter. Die Kundgebung richte sich daher auch nicht gegen den Träger Arbeiterwohlfahrt (Awo), die Stadt, andere Institutionen oder Privatpersonen. Zur Teilnahme aufgerufen seien alle, denen der Erhalt des Hauses am Herzen liege.

Unterschriftenliste geht an den Rat

Die Liste der bereits seit eineinhalb Wochen laufenden Unterschriftenaktion wollen deren Initiatoren am Mittwoch, 27. Mai, dem Stadtrat übergeben. Damit wollen sie deutlich machen, wie stark der Rückhalt für das Haus in der Bevölkerung sei, erklärte David Steinke. Bis gestern hatten nach Angaben der Initiatoren rund 500 Bürger für den Erhalt des MGH unterschrieben.

Bei den Verhandlungen um die Zukunft des Mehrgenerationenhauses sind unterdessen weitere Gesprächstermine bekannt geworden. So ist nach Informationen der Volksstimme ein Treffen von Vertretern von Awo, Stadt und Ratsfraktionen unmittelbar vor der Stadtratssitzung am Mittwoch im Kulturhaus geplant. Bereits einen Tag vorher wollen Paten des Mehrgenerationenhauses in der Einrichtung über mögliche Schritte zur Rettung des Hauses beraten. Thema bei den Gesprächen dürften auch die von der Awo vorgelegten Zahlen zum Betrieb des MGH sein.

Arbeiterwohlfahrt will mehr Geld von der Stadt

Nach Informationen der Volksstimme zielt die Organisation bei den Verhandlungen um eine Fortsetzung ihrer Trägerschaft auf höhere kommunale Zuschüsse ab.

Nachdem die Awo Sozialdienst GmbH die Trägerschaft von MGH und Jugendtreff zum 1. Januar zunächst für ein Jahr übernommen hatte, setzte die Organisation die Stadt am 5. Mai schriftlich über die außerordentliche Kündigung des Vertrags zum 31. Mai in Kenntnis. Am Dienstag hatten sich Mitarbeiter der Awo bei einer internen Sitzung im Bürgercenter mit Vertretern von Stadt, Ratsfraktionen und Altmarkkreis auf eine befristete Verlängerung der Trägerschaft vorerst bis 30. Juni geeinigt. Die Awo hat ihre Kündigung vor allem mit der Gefährdung ihrer Gemeinnützigkeit durch Einnahmen aus dem Betrieb einer Essensversorgung im MGH begründet. Nach Recherchen der Volksstimme hat sich dieses Argument allerdings als nicht stichhaltig erwiesen (wir berichteten).