Rademins Ortsbürgermeister Lutz Schermer sieht keinen Sinn darin, seine Arbeit fortzuführen. Nach mehr als vier Jahren Gebietsreform, sieht er keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr.

Rademin l "Als Ortsbürgermeister kann ich nichts mehr bewegen. Dafür sind mir meine Nerven zu schade", begründete Rademins Ortsbürgermeister Lutz Schermer seinen Entschluss, nach dem 30. Juni nicht mehr als Ortschef zur Verfügung zu stehen. Ende des kommenden Monats endet Schermers Amtszeit. 21 Jahre hat der Rademiner den Posten inne. Ab dem 1. Juli ist er dann Mitglied des Ortschaftsrates.

Lutz Schermer erläuterte in einer Erklärung, warum er das Amt nicht mehr ausüben möchte. Aus seiner Sicht hat sich während seiner Amtszeit die Verwaltungsstruktur zum Negativen entwickelt. Die ideale Form sei aus seiner Sicht die Verwaltunggemeinschaft (VG) gewesen. Dort sei die Behörde als Dienstleister aufgetreten und hätte die Beschlüsse des Gemeinderates umgesetzt.

Die Zeiten, in denen die Gemeinde Rademin über einen eigenen Haushalt verfügte, sind aber seit dem 1. Januar 2011 vorbei. Schermer kritisierte, dass die einstmals souveränen Gemeinderäte zu einem Bittsteller an den Stadtrat in Arendsee verkommen seien.

Aus Sicht von Lutz Schermer sei der eigentliche Sinn der Gemeindegebietsreform nicht gewesen, durch Rationalisierungsprozesse im Verwaltungsapparat Einsparungen zu erzielen, wie es die Landesregierung begründete, sondern besser von oben durchregieren zu können. Außerdem haben es die kleinen Orte, die früher alle Entscheidungen selbst getroffen haben, schwer, einen Vertreter in den Stadtrat zu wählen. Und auch dort sei er nur einer von vielen, meinte Schermer. "Dies alles hat zu meinem Entschluss geführt, nicht wieder für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Ich bin nicht mehr bereit, für die Profilierung von Berufspolitikern zu arbeiten", schloss Lutz Schermer seine Erklärung ab.

Der neue Ortschef wird von den Ratsmitgliedern bestimmt. Nur wer in dem Gremium sitzt, kann gewählt werden. Da Schermer nicht zur Wahl steht, kommen nur Eckhard Kamieth, Reinhardt Maahs, Dr. Gerd Polzius, Frank Rossau und Rolf Tegelbeckers in Frage.