Ein Glück, dass derzeit der Flieder so herrlich blüht. Das erleichterte den Bewahrern der Pfingstbräuche ihre Aufgabe.

Schadewohl/Höddelsen/Bonese/Schmölau l Das Pfingstfest ohne das Klingeln an der Tür? Das ist für viele Altmärker undenkbar. In Schadewohl geht der Pfingstochse schon seit Jahrzehnten durch den Ort. Diesmal durften Dustin Berlin, Paul Lahmann und Dominic Kuhn das mit Blüten geschmückte Gestell abwechselnd tragen. "Die Kinder üben schon seit einigen Tagen den Text", berichtete Mutti Astrid Lahmann erfreut. Und da dieser auf Platt sei, hätten sie nachgefragt, was das heißen solle. "Zum Glück gibt es noch Ältere, die das erklären können", fügte sie hinzu.

Die Tour durch "Texas" startete in Höddelsen. Maibraut durfte diesmal Jasmin Bartels sein. Das Gestell des Pfingstochsen trugen abwechselnd Justin Aderhold und Niklas Berger. Die Erwachsenen schätzen, dass es den Brauch schon mehr als 100 Jahre gebe. "Die Eltern der Kinder, die heute mitlaufen, waren selbst in ihrer Kindheit dabei", erzählte Marko Kuballa. Und Ralf Flechtner ergänzte: "Das ist eine richtig schön gewachsene Tradition. 90 Prozent der Leute warten schon darauf, dass wir am Tag zuvor ihren Garten plündern, um die Blumen vorzubereiten."

Mit der Farbenpracht gab es in diesem Jahr kein Problem. "Der Flieder blüht so herrlich", schwärmte Kathleen Goedicke in Schmölau, während sie den Umzug des Pfingstkerls beobachtete.

In Bonese heißt der Brauch "Pfingstochse". Ein mit Grün und Blumen umwickelter Baumstamm wird durchs Dorf getragen.

Alle Bräuchen haben eins gemeinsam: Die eingesammelten Gaben werden untereinander gerecht aufgeteilt.

   

Bilder