Das Stadtarchiv könnte im Juni vorübergehend in die Ackerstraße umziehen. Wie es mit dem aktuellen Standort im Rathaus weitergeht, ist offen.

Salzwedel l Steffen Langusch sitzt auf gepackten Koffern. Schon Anfang Juni könnte der Leiter des Stadtarchivs mit dessen gesamtem Bestand aus dem Rathaus-Gewölbe in ein neues Quartier, den Speicher an der Ackerstraße, einziehen (wir berichteten). Ob das Datum zu halten ist, hängt allein vom Umzugsunternehmen ab, sagte Langusch auf Nachfrage. Im schlechtesten Fall könnte es aber auch noch bis Juli mit dem Umzug dauern.

Notwendig wird der Umzug, weil die Räume, in denen das Archiv derzeit untergebracht ist, von Schimmel und Salpeter befallen sind. Aber auch die Kapazitätsgrenzen des rund 200 Quadratmeter großen Gewölbes sind angesichts 480 laufender Meter Akten und 50 Meter Zeitungsbeständen erreicht. Das neue Quartier an der Ackerstraße ist vorerst zwar nicht größer. "Es hat anders als das Gewölbe im Rathaus aber gerade Wände, hohe Decken und könnte bei Bedarf leicht um 70 Quadratmeter erweitert werden", sagt Steffen Langusch.

Einen Pferdefuß gibt es dennoch: Am neuen Standort an der Ackerstraße muss sich das Archiv einmieten. Der Stadt entstehen damit zusätzliche Kosten für den Betrieb. Nicht zuletzt deshalb favorisiert der städtische Kultour-Eigenbetrieb, bei dem das Archiv angesiedelt ist, auch eine Sanierung des bisherigen Standorts.

Der Stadtrat müsste die Investition beschließen. Ob das so schnell passiert, ist angesichts der Haushaltslage der Stadt aber zumindest fraglich. Die Tatsache, dass der Mietvertrag für den neuen Standort auf fünf Jahre angelegt ist, zeigt, dass der Eigenbetrieb jedenfalls nicht allzu rasch mit einer Umsetzung der Sanierung rechnet.

Offenbar ganz vom Tisch ist unterdessen eine Anregung von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke, das Stadtarchiv an der Altpervertraße gegenüber der Alten Münze neu zu bauen. Ein entsprechender Vorschlag der Stadt zur Einwerbung von Leader-Fördermitteln war bereits bei der ersten Sichtung der Unterlagen durch die zuständige Lokale Aktionsgruppe Mittlere Altmark (LAG) aus dem Rennen geflogen. Sollte es irgendwann zu einer Sanierung im Rathaus kommen, bliebe das Kapazitätsproblem. "Für das Archiv wäre dann zusätzlicher Lagerraum vonnöten", sagt Steffen Langusch. Wo der gefunden werden könnte, ist derzeit noch völlig offen.

Auch personell steht das Stadtarchiv offenbar vor Veränderungen. In der Verwaltung gibt es nach Volksstimme-Informationen die Überlegung, intern einen zweiten Mitarbeiter zur Unterstützung von Steffen Langusch umzusetzen. Darüber hinaus erwägt die Stadt, eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Archiv-Wesen anzubieten.