Die Eltern aus Hohengrieben, Wüllmersen und Mehmke lassen in ihren Bestrebungen, ihre Orte wieder dem Einzugsbereich der Diesdorfer Grundschule zuordnen zu lassen, nicht locker. Jetzt will sich der Einrichtungs- und Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates mit dem Wunsch befassen.

Beetzendorf l Seit Beginn des laufenden Schuljahres besuchen die Mädchen und Jungen aus den Diesdorfer Ortsteilen Hohengrieben, Wüllmersen und Mehmke die Grundschule in Jübar. So will es die geänderte Schulentwicklungsplanung bis 2019, für die die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf extra die Einzugsbereiche der Grundschulen geändert hat. "Mit dem Ziel, alle unsere Schulen zu erhalten, das war unser Grundgedanke", wie Günther Serien, Vorsitzender des Einrichtungs- und Sozialausschusses des VG-Rates, am Mittwochabend während der Sitzung des Verbandsgemeinderates in Beetzendorf noch einmal betonte.

Doch gerade bei den Eltern aus der Altgemeinde Mehmke regt sich jetzt Widerstand (wir berichteten). Sie wollen ihre Kinder künftig wieder in Diesdorf unterrichten lassen - wie es bis zum Vorjahr auch der Fall war. Im VG-Rat war deshalb eine Abordnung von ihnen erschienen, angeführt vom Hohengriebener Tino Fuhrmann, der den Wunsch der Eltern in der Einwohnerfragestunde vortrug.

Änderung würde Jübarer Schule nicht gefährden

"Wir fühlen uns Diesdorf zugehörig, nicht Jübar", betonte Fuhrmann. Zudem hätten sich die Voraussetzungen geändert, unter denen die Änderung der Schuleinzugsbereiche einst beschlossen wurde. Damals sei man von 80 Schülern ausgegangen, die eine Grundschule mindestens aufweisen muss. Inzwischen hat das Land 52 (ab 2017 sind es 60) Schüler als untere Grenze für ländliche Regionen festgelegt. "Damit wäre die Jübarer Grundschule auch dann nicht gefährdet, wenn die Schüler aus Hohengrieben, Wüllmersen und Mehmke wieder nach Diesdorf gehen", erklärte Fuhrmann.

Der Hohengriebener bat den Verbandsgemeinderat, den Wunsch der Eltern aufzunehmen und darüber in einer der nächsten Sitzungen zu beraten. "Die drei Ortsteile gehörten lange zum Amt Diesdorf, viele Einwohner arbeiten in Diesdorf, die Wege würden bei einer Wiederzuordnung kürzer", meinte er. Zudem gebe es in Jübar Schwierigkeiten bei der Nachmittagsbetreuung der Kinder und bei den Busverbindungen.

VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann zeigte sich grundsätzlich offen für das Anliegen. Dieses könne gern im Verbandsgemeinderat behandelt werden. Voraussetzung ist laut Geschäftsordnung, dass eine Fraktion oder mindestens 25 Prozent der Ratsmitglieder den Antrag stellen, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Aber auch einzelne VG-Räte könnten Anträge zur Tagesordnung bis 14 Tage vor Beginn der Sitzung schriftlich einreichen. Die von Tino Fuhrmann zusammengestellten Unterlagen, die den Wunsch der Eltern untermauern sollen, würden den Ratsmitgliedern auf jeden Fall zugehen.

Eine Aussprache zu dem Thema war zwar am Mittwochabend nicht möglich. Dennoch ergriff Sozialausschuss-Vorsitzender Günther Serien kurz das Wort und sagte zu, dass das Gremium sich während seiner nächsten Sitzung mit dem Anliegen der Eltern beschäftigen wird.

"Es war niemals beabsichtigt, dass alles für immer beim Status quo bleiben soll, in den Grundschulen ist schließlich eine Menge Bewegung drin", meinte Serien. Mit dem Wunsch der Bürger müsse man sich deshalb auf jeden Fall auseinandersetzen. "Dafür sind wir schließlich gewählte Vertreter", erklärte der Ausschussvorsitzende.