Salzwedel. "Der Winter gönnt uns zur Zeit eine Pause", stellte Dieter Kraus, zuständiger Sachgebietsleiter im Salzwedeler Landratsamt, am Dienstagabend fest. Eine Pause, die die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeistereien auch bitter brauchen, wie den Ausführungen von Kraus vor den Mitgliedern des Kreis-Bauausschusses zu entnehmen war. Denn der Winter 2010, das heißt die Monate von Januar bis März, sowie November und Dezember, habe alles abverlangt. "Das war ein hartes Jahr für die Mitarbeiter", so der Sachgebietsleiter. Immerhin ist es dem Winterdienst gelungen, trotz teils schwieriger Wetterverhältnisse den öffentlichen Nahverkehr an jedem Tag aufrechterhalten zu können. Anders als in benachbarten Landkreisen. Das lobte am Dienstag auch Ausschusschef Norbert Hundt (SPD).

Die Fakten: 512 Kilometer Kreis- und 35,7 Kilometer kommunale Straßen sind schnee- und eisfrei zu halten. 108 Einsätze waren dafür notwendig. 140 000 Kilometer legten die Streu- und Räumfahrzeuge zurück. 1681 Tonnen Salz wurden gestreut, in diesem Jahr waren es bislang 315 Tonnen. Die Kosten für den Winterdienst sind im vergangenen Jahr förmlich explodiert. Kraus bezifferte die Mehrausgaben auf rund 100 000 Euro. Damit kostete der Winterdienst im vergangenen Jahr rund 380 000 Euro. Allein für den Diesel der Fahrzeuge waren 50 000 Euro zusätzlich nötig.

Hinzu kommt, dass durch die Vielzahl der Einsätze, auch der Verschleiß an den Fahrzeugen zugenommen hat, was bei deren durchschnittlichen Alter von rund 16 Jahre nicht verwundert. "Sie sind für die heutigen Anforderungen nicht mehr ausreichend", schätzte Kraus ein. Deshalb seien in den vergangenen Monaten zwei neue Räumautos gekauft worden. Und auch in diesem Jahr soll weiter in den Winterdienst investiert werden. Insgesamt 200 000 Euro. So wird die Straßenmeister Salzwedel einen neuen Streuer erhalten, für die Straßenmeisterei Klötze ist ein zweites Salzsilo mit einer Kapazität von 120 Tonnen ge-plant, so dass künftig 240 Tonnen in der Purnitzstadt gebunkert werden können. Zudem soll eine Feuchtsalzstrecke aufgebaut werden.

Kraus räumte ein, dass es im vergangenen Jahr durchaus auch Kritik am Winterdienst des Altmarkkreises gab. Im November/Dezember speziell im Raum Immekath und in der Region Kleinau. Er machte auch auf die Probleme aufmerksam: "Um Straßen schwarz zu bekommen, brauche ich Salz und eine entsprechende Verkehrsmenge. Die habe ich auf den Kreisstraßen im Gegensatz zur Bundesstraße nicht so." Zudem gebe es auch beim Salz, Natriumchlorid Grenzen. Die Wirksamkeit werde bei zwischen minus acht und minus elf Grad Celsius aufgehoben. Dann helfe nur noch Calciumchlorid, dass je Tonne mehr als das Dreifache koste und dessen Einsatz zudem zur Vereisung der Straßen führen kann.

Ausschussmitglied Gerhard Drebenstedt wollte wissen, ob nicht alternativ mit Sand gestreut werden könne. Im Prinzip ja, so Kraus, allerdings ist die eingesetzte Technik dafür nicht geeignet. Der Sand sei feucht und neige dann zu Klumpenbildung, das kann Schäden bei den Streufahrzeugen zur Folge haben.

Hans-Jörg Krause (Linke) fragte nach einem Notfall-Plan für den Fall extremer Schneeverwehungen. "Wissen wir dann, wo private Unternehmen welche schwere Technik vorhalten?" "Einen Notfallplan haben wir", antwortete Kraus. Zudem verfüge der Altmarkkreis selber über Schneefräse und zwei Radlader.

Wie lange der Winter jetzt pausiert, ist offen. Fest steht, dass in den kreiseigenen Silos noch ausreichend Salz für zwei Wochen Winterdienst vorrätig ist. Derzeit nutzen die Straßenwärter das frühlingshafte Wetter, um Überstunden abzubummeln, denn mit dem Ende des Winterdienstes beginnt "nahtlos" das Beseitigen von Straßenschäden, so Dieter Kraus.