Fahrendorf. Der 60-Einwohner-Ort Fahrendorf ist eine Feuerwehr-Hochburg. 38 Mitglieder zählt die Truppe, die auch wesentlich das kulturelle Leben im Dorf organisiert. Dieses Engagement fand während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Gasthaus Schnobbel anerkennende Worte von Dähres Bürgermeister Harald Heuer und Winfried Arndt, in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf für die Feuerwehren zuständig.

Unter den 38 Mitgliedern sind 24 Aktive – 14 Männer und 10 Frauen, sagte Wehrleiter Rainer Schnobbel in seinem Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre. Zudem gebe es 8 passive Mitglieder und 6 in der Alters- und Ehrenabteilung. Froh sei er, dass trotz des demografischen Wandels "auch junge Leute zu uns finden". Bester Beleg: Noch an diesem Abend konnte er vier Neue offiziell in die Wehr aufnehmen.

Während 2009 für die Kameraden mit zwei Einsätzen ein eher ruhiges Jahr war, gab es 2010 gleich zehn Alarmierungen, unter anderem wegen umgestürzter Bäume, Bränden von Dachstühlen, Strohpresse und Stoppelfeld sowie einer Ölspur. Nicht in jedem Fall war die Hilfe der Fahrendorfer vor Ort noch nötig. Dies galt jedoch nicht für den Waldbrand bei Bombeck, bei dem fünf Aktive jeweils 13 Stunden lang im Einsatz waren.

Ein weiterer Aspekt der ehrenamtlichen Tätigkeit waren Arbeitseinsätze. So erneuerten die Brandbekämpfer im Sommer 2009 mit dem von der Gemeinde Dähre zur Verfügung gestellten Material in 100 Stunden das Gerätehausdach. 30 Arbeitsstunden leisteten sie im Vorjahr, als der Löschteich gereinigt und mit neuer Folie ausgelegt wurde.

Lehrgänge beseitigten den Engpass bei den Atemschutzgeräteträgern. Nunmehr sind insgesamt fünf Kameraden – zwei mehr als bisher – damit vertraut. Zwei ließen sich zu Sprechfunkern ausbilden, einer für die Einsatzplanung/-vorbereitung.

Einen guten Namen haben sich die Fahrendorfer im Wettkampfsport erarbeitet. Etliche Pokale in der Gaststube zeugen davon. Wenngleich die Männer zuletzt in ihren Leistungen etwas nachließen, holten die Frauen die Kohlen aus dem Feuer. Beim Landesausscheid in Salzwedel belegten sie unter 28 Teams einen tollen fünften Platz. "Darauf können sie stolz sein", sagte Rainer Schnobbel. Ein Lob verteilte er auch an den Fanklub, der die Wettkämpfe stets mit großem Interesse verfolge. Für den Landesausscheid 2011 haben die Damen die Fahrkarte schon gebucht, die Männer wollen diesmal auch die Qualifikation erreichen. Schließlich wäre das ein passendes Geschenk zum 75. Geburtstag der Wehr, der im Spätsommer im Rahmen des Dährer Gemeindepokals gefeiert werden soll.

Rainer Schnobbel blickte noch weiter in die Zukunft: 2013 ende seine Berufung als Wehrleiter. Dann sei es Zeit, nach über 20-jähriger Tätigkeit neue Kräfte ans Ruder zu lassen. Dass er damit seinen Stellvertreter Thomas Polzin meint, ist kein Geheimnis. Seit Freitagabend darf sich dieser Brandmeister nennen.

Winfried Arndt überbrachte die Grüße von VG-Leiterin Christiane Lüdemann und VG-Wehrleiter Bert Juschus, die jeweils bei anderen Feuerwehren weilten. Dass die Verbandsgemeinde die Trägerschaft der Wehren übernommen habe, sei anfangs mit Schwierigkeiten verbunden gewesen. "Mittlerweile funktioniert die neue Struktur ganz gut", schätzte er ein. Befürchtungen, Wehren gegen ihren Willen Technik zu entziehen, trat Arndt entgegen. "Dann würde die Einsatzjacken mit dranhängen, das würde keinen Sinn machen." Stattdessen werde überlegt, in welcher Form die Wehren für ihr Engagement belohnt werden könnten. So werde über eine Förderung pro aktives Mitglied oder pro Jubiläumsjahr nachgedacht.