Premiere in Arendsee: 15 Jugendliche trafen sich gestern Nachmittag zum ersten Mal in ihrem zukünftigen Klub am Marktplatz. Sozialarbeiter Uli Kirsch hatte eingeladen. Mit ihm inspizierten die ersten Gäste die Räume und planten das Programm. Nach einer Woche Vorbereitung soll am kommenden Montag Eröffnung sein. Auch ein Name wurde gefunden: "The JC" - englische Aussprache ist ein Muss.

Arendsee. Noch vor dem Eintreffen der ersten jungen Leute war der fast 80-jährige Ex-Stadtrat Paul Roth ins ehemalige Café am Markt gekommen, um dem neuen Jugendklubleiter Uli Kirsch Erfolge für seine Arbeit zu wünschen. "Ich habe zu meiner Zeit immer wieder vom einstigen Bürgermeister einen Hauptamtlichen für die Jugendarbeit gefordert - schön, dass es jetzt klappt", sagte er. Zusammen mit der Sozialpädagogin Janine Gyra von der Theodor-Fontane-Sekundarschule hielt er kurz vor 15 Uhr Ausschau nach den Jugendlichen.

Die trafen dann nach und nach ein. Zusammen mit Uli Kirsch inspizierten die 15 Gäste zwischen 12 und 16 Jahren die Räume, in denen sie sich künftig regelmäßig treffen wollen. "Wir müssen die Räume umgestalten, brauchen einen Kühlschrank, einen Elektroherd und einen Fernseher", fasste Kirsch die Wünsche der Jugendlichen zusammen. Weitere Ideen zur Gestaltung sind der Austausch der Lampen, die Aufstellung von Spielgeräten wie Kicker, Flipper und Dart. "Für den Billardtisch reicht hier der Platz nicht", machte Kirsch deutlich.

Er hoffe auf weitere Spenden von Jugendlichen oder Erwachsenen. Zum Beispiel sind auch Computer, Regale, Stühle, ein Sofa gefragt. "Einen Tresen könnten wir uns selbst bauen", schlug er vor.

Großes Hallo gab es bei der Auswahl eines Namens. Nach heißer Debatte entschied das Votum für "The JC", natürlich englisch "The J(ey)C(i)" ausgesprochen. Der Vorschlag von Elia Gohr und Anna Oltersdorf erhielt die meisten Stimmen.

Nach einer Woche Vorbereitungszeit zum Herrichten der Räume, Einkäufen und der Konzeptplanung soll der Klub am kommenden Montag öffnen. "Zwei Probleme gibt es: Bis Juni befindet sich hier mittags noch die Schülerspeisung und damit entsprechende Ausstattung", erklärte Uli Kirsch. "Und: Donnerstagnachmittags ist hier Musikschule." Der Klub habe deshalb vorerst montags bis mittwochs und freitags in der Zeit von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Träger der Einrichtung ist der Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Salzwedel.

Über Problem Nummer drei will Bürgermeister Norman Klebe noch mit dem Hausbesitzer sprechen: Es gibt eine Interessentin an der Immobilie, die darin wieder ein Café einrichten will.

Seinen ersten Jugendklub hatte Uli Kirsch mit 15 Jahren in seiner damaligen Heimatstadt Münchweiler bei Pirmasens in Rheinland-Pfalz eröffnet. Später studierte er Sozialpädagogik in Fulda. Doch 20 Jahre lang verfolgte der heute 49-Jährige seine Karriere als Liedermacher und Folkmusiker, die ihn auch zu zahlreichen Auftritten an den Arendsee verschlug.

Vor drei Jahren sattelte er erneut um und stieg wieder in seinen Beruf ein. Er wirkte in Gardelegen an Jugendsozial- projekten und zuletzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uchtspringe.

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