Die Mitglieder des Diesdorfer Gemeinderates beschlossen am Dienstagabend mit sechs Ja-, vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen den Haushalt für 2011. Mit den Arbeiten an der Alten Darre in Diesdorf soll es weitergehen. Gelder für den Wiederaufbau der Schulscheune in Hohengrieben fließen vorerst nicht.

Diesdorf. Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Diesdorf habe ein Volumen von 2 215 200 Euro. Ein Fehlbetrag in Höhe von 281 300 Euro müsse ausgeglichen werden. Das sagte Dorlis Reimann, Kämmerin der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf. Die Neuberechnung von Kreis- und VG-Umlage laut dem geltenden Finanzausgleichsgesetz sei ausschlaggebend für das hohe Minus. An den Kreis seien nach jetzigem Stand 693 100 Euro, an die VG 695 500 Euro zu zahlen.

Bürgermeister Fritz Kloß brachte zur Position Heimatpflege die Empfehlungen des Hauptausschusses zur Vergabe von Geldern vor. Die Dorfgemeinschaft Peckensen solle für die 850-Jahr-Feier 1500 Euro erhalten, maximal jedoch, wenn sich keine weiteren Sponsoren finden, 2000 Euro. Der Auftritt des Ökumenischen Jugendchores Salzwedel zum 850-jährigen Bestehen des Klosters Diesdorf solle mit 300 Euro bezuschusst werden. Als Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren solle 5 Euro je Kamerad gezahlt werden. "Da sind noch 1100 Euro in diesem Topf über, wovon wir sicher auch einen Teil für den 100. Geburtstag der Badeanstalt brauchen", erklärte Fritz Kloß. Der Rat stimmte den Vorschlägen zu.

Das Volumen des Vermögenshaushaltes belaufe sich auf 1 003 500 Euro, so Dorlis Reimann. Darin seien 175 900 Euro an Haushaltsresten für im Vorjahr begonnene Maßnahmen enthalten. Eingeplant seien unter anderem 7000 Euro für den Wiederaufbau der Schulscheune in Hohengrieben. Für den Diesdorfer Spielplatz seien 6000 Euro vorgesehen.

25 000 Euro Projektierungskosten für den Radweg Diesdorf-Drebenstedt seien zwar im Zahlenwerk enthalten. Die Gemeinde wolle jedoch einen Antrag an den Kreis stellen, ob die Zahlung ausgesetzt werden könne. Beide Bauabschnitte der Trauerhalle Diesdorf sollen in diesem Jahr verwirklicht werden. Auch an der Alten Darre soll es weitergehen. Für den begonnenen ersten Bauabschnitt würden 238 000 Euro an Ausgaben benötigt sowie 144 900 Euro Fördergeld in die Gemeindekasse fließen. Ein Antrag für den zweiten Bauabschnitt sei bei der Investitionsbank gestellt. Werde dieser bewilligt, gebe es zu 20 000 Euro Eigenmittel eine Förderung von 80 000 Euro. Für den dritten Bauabschnitt sollen Fördermittel aus dem Leader-Programm sowie weitere Fördermittel beantragt werden, so dass kein Gemeindezuschuss notwendig sei. Die beiden letztgenannten Vorhaben seien mit einem Sperrvermerk versehen. Im Vermögenshaushalt klaffe ein Loch von 62 500 Euro. Die Rücklage belaufe sich auf gut 63 000 Euro. "Aber das ist nicht alles vorhanden, es sind auch offene Forderungen", machte Dorlis Reimann deutlich.

"Mit einarbeiten müssen wir die Ausführungsplanung für den Regenwasserkanal an der L8/L11, etwa 7000 Euro. Der Landesbetrieb Bau hat uns signalisiert, dass der Ausbau der Straße in Diesdorf im März 2012 beginnen soll", berichtete Fritz Kloß.

Diskussionen entbrannten über den Wiederaufbau der Hohengriebener Schulscheune. Während der Bürgermeister das Engagement der Bewohner verteidigte, ein historisches Gebäude erhalten zu wollen, machten andere Ratsleute deutlich, dass man in der Gegenwart lebe und sich von Ruinen trennen solle. Denn deren Erhalt sei ein "Luxusunterfangen", so Florian Fischbeck. Der Antrag von Michael Scholz, das Schulscheunen-Projekt vorerst aus dem Etat zu nehmen, wurde mit acht Ja-, zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen angenommen. Das freiwerdende Geld solle für die Planung des Regenwasserkanals genommen werden. Im Laufe des Jahres solle neu entschieden werden.