Der Packebuscher Ortschaftsrat lehnt Windräder in der Gemarkung Plathe ab. Ein Unternehmen aus Meißen plant, zwischen Packebusch und Plathe 20 Anlagen zu errichten, obwohl das Areal nicht als Windvorranggebiet ausgewiesen ist. Frank Leskien von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark räumte dem Vorhaben keine großen Chancen auf Erfolg ein.

Packebusch. "Nein, nein und nochmals nein", so fiel am Dienstagabend die Meinung der Packebuscher Ortschaftsräte zu Plänen der Umweltgerechte Kraftanlagen Meißen GmbH aus, in der Gemarkung Plathe 20 Windkraftanlagen mit einer Leistung von je drei Megawatt zu errichten. Mitarbeiter der Firma hatten bereits im Oktober vergangenen Jahres mit Einheitsgemeindebürgermeister Karsten Ruth Kontakt aufgenommen und ihre Pläne vorgestellt. Im Januar hatte sich der Ortschaftsrat Brunau darauf geeinigt, das Projekt nicht zu unterstützen, wie Ortsbürgermeister Ulrich Melzian gestern mitteilte. Zwar sei das Thema während der Sitzung eher am Rande behandelt worden, doch gebe es eindeutig eine ablehnende Meinung im Rat.

Auch die Packebuscher Ortschaftsräte sehen überwiegend negative Auswirkungen des geplanten Windradbaus auf ihre Ortschaft. Zwar würden die Anlagen nicht mehr in der Gemarkung Packebusch stehen, aber die gesetzlich geforderten Abstandsflächen reichten in das Gebiet der Ortschaft hinein, erklärte Wienecke. Er habe mit einem Vertreter der Firma gesprochen und diese habe erklärt, dass zunächst Gespräche mit den Grundstückbesitzern geführt werden, auf deren Eigentum die Windräder gebaut werden sollen. "Wir haben nur ein Anhörungsrecht", so Wienecke.

Die Ortschaftsräte sahen sich einen Plan an, auf dem eingezeichnet war, wo die Anlagen gebaut werden sollen. Einige seien nicht einmal tausend Meter von den am nähesten stehenden Wohnhäusern in Packebusch entfernt. Die Ratsleute befürchten daher Auswirkungen durch Geräusche und Schattenwurf. "Wir sind näher an dem Windpark dran, als die Brunauer", sagte der Ortsbürgermeister nach der Einsichtnahme in die Pläne.

Nach momentanem Stand der Regionalplanung sei es höchst unwahrscheinlich, dass der Windpark genehmigt werde, sagte gestern Frank Leskien von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark. Die von der Firma vorgesehene Fläche in der Gemarkung Plathe liege nicht in einem sogenannten Windvorranggebiet, wie sie im ersten Entwurf zur Ergänzung des Regionalen Entwicklungsplanes (REP) enthalten sind. Die Entfernungen von mindestens fünf Kilometern zu den Windparks bei Störpe, Brunau-Jeetze und Fleetmark würden nicht eingehalten. Zudem befinde sich das Areal zum Teil in einem Hochwasserschutzgebiet.

"Planen kann aber erst einmal jeder. Leider werden dadurch die Leute verunsichert", sagte Frank Leskien. Meist hofften die Firmen, dass die von ihnen zur Nutzung für Windparks geplanten Areale noch als Vorranggebiete ausgewiesen werden. Er rechne aber nicht damit, dass die Gemarkung Plathe im zweiten Entwurf zum REP Windvorranggebiet werde, weil die genannten Fakten dagegen sprächen. Die Regionale Planungsgemeinschaft werde das Vorhaben deshalb nicht für eine Genehmigung befürworten, erklärte er.