Ein Prozentpunkt weniger Verbandsgemeindeumlage und nur noch ein Prozentpunkt Investitionshilfe-Umlage: Das ist der Vorschlag des Einrichtungs- und Sozialausschusses des Verbandsgemeinderates zum Haushaltsentwurf 2011. Getagt wurde am Mittwoch in der Altensalzwedeler Kindertagesstätte.

Altensalzwedel. Mit den Worten "Wir sollten uns heute auf Sachen konzentrieren, die unseren Ausschuss betreffen" eröffnete Ausschussvorsitzender Günther Serien die zweite Beratung des Haushaltsentwurfes. Er sei im Vorfeld in der Verbandsgemeinde (VG) gewesen und habe über einzelne Schwerpunkte des Haushaltes gesprochen. Die Kita-Leiterinnen hätten auch zusammengesessen und ihre Wunschlisten konkretisiert. Manche Anschaffungen seien dringend, andere hätten noch etwas Zeit. "Der Ausschuss ist aber nicht der Meinung, einen Pauschalbetrag für Investitionen zu beschließen und der Verwaltung die Entscheidung zu überlassen, was mit dem Geld wird", sagte er. Nach dem genauen Durchsehen der eingereichten Wünsche wurde jede Kita, die etwas eingereicht hatte, bedacht, aber 12 000 der geplanten 31 000 Euro gespart. Angesprochen wurde von den anwesenden Kita-Leiterinnen, dass in den Einrichtungen vernünftige Stühle für die Erzieherinnen fehlen. Die Ausschussmitglieder merkten selbst, dass das Sitzen auf den Kinderstühlen über längere Zeit sehr anstrengend für einen Erwachsenen ist. Günther Serien schlug vor, den Bedarf zu ermitteln und dann nach preiswerten Angeboten zu suchen, um mit der Neuausstattung beginnen zu können.

"Die Sparkasse hat uns zugesagt, dass sie fünf PCs mit Zubehör spendiert. Damit sollen die Kitas nach und nach ausgestattet werden, damit die Leiter besser erreichbar sind", informierte Vize-Verbandsgemeindebürgermeisterin Eva-Maria Benecke. "Für mich ist der Computer in der Einrichtung, den ich von zu Hause mitgebracht habe, eine Riesenerleichterung. Da kann ich die Aufgaben während der Schlafenszeit der Kinder abarbeiten", sagte Anette Horey, Leiterin der Abbendorfer Kita.

Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Strunck schilderte die Überlegung der Verwaltung, jede Kita gerecht zu behandeln. Deshalb solle es Zuschüsse pro Kind und Jahr geben: für Gerätschaften und Ausstattung 20 Euro, für Sachleistungen 10 Euro sowie für Spiel- und Beschäftigungsmaterial 15 Euro. Für die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter trage die VG die Hälfte der Kosten. Ausschussmitglied Peter Warlich sprach sich dafür aus, dass der Betrieb für die komplette Fortbildung aufkommen müsse. Dieser Vorschlag wurde mit 2 Ja- und 4 Nein-Stimmen abgelehnt.

Die Grundschulleiter würden am 3. März eine Prioritätenliste ihrer Wünsche aufstellen, sagte Stefanie Strunck. Dringend sei ein neues Computerkabinett für die Grundschule Apenburg, da das alte durch Umbauarbeiten weggefallen sei. In der Grundschule Beetzendorf müsste durch das Einrichten von Werkräumen im Keller mehr Platz geschaffen werden. Für die Turnhalle Jübar werde derzeit eine Benutzungssatzung erarbeitet, um Betriebskosten anteilig umlegen zu können.

Die beiden an die VG übertragenen Badeanstalten in Apenburg und Dähre seien im Vorjahr mit je 40 000 Euro bezuschusst worden, sagte Günther Serien. Das Geld wurde nicht benötigt. Deshalb sei der Ansatz gesenkt worden. Ausschussmitglied Bernd Hane bat jedoch darum, keine Kürzung vorzunehmen. Denn es seien viele Winterschäden aufgetreten. "Wir werden dennoch versuchen, sparsam mit den Gel-dern umzugehen", sagte er. Ausschussmitglied Peter Warlich bat darum, über Apenburg nicht zu diskutieren, weil noch offen sei, wie es mit dem Bad weitergehe.

Verwaltungsmitarbeiterin Viola Zipperling erläuterte die wichtigsten Vorhaben im Vermögenshaushalt. "Durch die Biberschwänze auf dem Dach der Kita Jübar nässt es durch", erklärte sie. Es gebe schwarze Stellen in den Sanitärräumen und im Flur. "Die Dachsteine müssen unbedingt erneuert werden", fügte sie hinzu. Das Dach der Grundschule Apenburg müsse zwar auch erneuert werden, aber das könne noch ein Jahr warten. Viola Zipperling warb für den Kauf eines Multicars, um technikmäßig in der VG flexibler sein zu können. Denn die Kooperation mit den Gemeinden klappe nicht überall. Der Ausschuss lehnte diese Kaufabsicht mit fünf Ja- und einer Nein-Stimme ab.

Zudem schlugen die Mitglieder vor, die VG-Umlage, die derzeit 43,45 Prozentpunkte beträgt, um ein Prozent zu reduzieren. Die Investitionshilfe-Pauschale soll nach dem Willen des Ausschusses von 23,4 auf 1 Prozentpunkt gesenkt werden. "Die geringere VG-Umlage entspricht etwa 93 000 Euro an Mindereinnahme für die VG. Bei der niedrigeren Investitionsumlage blieben von 142 400 noch 6087 Euro für die VG übrig", rechnete Kämmerin Dorlis Reimann vor. Damit wären die Gemeinden entlastet. Die VG verfüge dann noch über eine Rücklage von 150 000 Euro. Der VG-Rat entscheidet am 16. März über den Haushalt.