Sie engagieren sich, bringen sich ein - aber ohne aufzufallen, ohne selbst im Vordergrund stehen zu wollen: die "Helden von nebenan". In den vergangenen Wochen stellte die Volksstimme Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zehn Kandidaten vor und fragte Sie, wer Ihr Favorit ist. Sie entschieden: "Unser Held von nebenan 2010" ist Sieglinde Mahlke aus Dähre.

Salzwedel. Als es hieß "Unser Held von nebenan 2010" ist Sieglinde Mahlke aus Dähre, da flossen bei ihr die Tränen. Überwältigt von ihren Gefühlen nahm sie am Freitagabend im Kulturhaus Salzwedel die Trophäe entgegen. "Super", war in dem Moment das einzige Wort, das sie herausbrachte. Die anderen Kandidaten um den Titel "Unser Held von nebenan" - Sieglinde Bock, Jürgen Förster, Susanne Henneick, Marianne Holz, Julia Illiger, Elsa Reinecke, Renée Schotte und Tobias Wernecke - sowie deren Begleitpersonen spendeten herzlich Beifall. Als die 55-Jährige wieder zu ihrem Platz ging, nahm ihr Lebensgefährte Reinhard Pankonien sie erst einmal voller Stolz fest in den Arm.

In den vergangenen Wochen hatte die Salzwedeler Volksstimme die einzelnen "Helden von nebenan"-Kandidaten vorgestellt und Sie, liebe Leser, aufgerufen, Ihren Favoriten zu wählen. Die Gelegenheit - Menschen, die sich engagieren, ohne im Vordergrund zu stehen, auf diese besondere Art zu würdigen - nutzten Sie sehr rege. Und auch Kandidaten haben ihre Stimme abgegeben - für andere Kandidaten, die aus ihrer Sicht eher als sie "Helden von nebenan" sind.

Sieglinde Mahlke erhielt 24 Prozent aller gewerteten Stimmen. Zwei Kandidaten teilen sich den zweiten Platz mit jeweils 14 Prozent: Susanne Henneick aus Umfelde und Tobias Wernecke aus Salzwedel.

Als diese Namen fielen, freute sich besonders Jonas. "Mama, wir beide", sagte der dreieinhalbjährige Sohn von Susanne Henneick freudestrahlend. Schmunzeln in den Gesichtern ringsum.

Und war es Zufall oder Intuition? Trotz freier Platzwahl hatten sich "Unser Held von nebenan 2010" und die beiden Zweitplatzierten an einen Tisch gesetzt.

Ein Kandidat fehlte jedoch an diesem Abend: Marco Kirstein. Der "Ehrenamts-Hausmeister vom Mehrgenerationenhaus" arbeitet seit wenigen Wochen im Ural. Ihm lag es am Herzen, dass ihn an diesem Abend Susann Meinecke vertrat. "Das ist eine ganz tolle Aktion, so schön familiär", sagte die Leiterin des Mehrgenerationenhauses. "Ich kannte von den zehn Finalisten vorher keinen einzigen. Es sind deshalb die richtigen - die, die sonst nicht im Mittelpunkt stehen."

Sieglinde Mahlke schien es den ganzen Abend über gar nicht fassen zu können. "Damit hätte ich nicht gerechnet, wirklich nicht", gesteht die 55-Jährige, die sich in Dähre in die Faschingszeit ebenso einbringt wie in die Waldbadsaison oder bei vielen anderen Aktivitäten, wo Hilfe gebraucht wird. Aber sie freue sich sehr über die Anerkennung. Denn sie helfe gern, packe gern mit an. Auf eine ganz besondere Art und Weise haben viele nun Dankeschön gesagt und für sie abgestimmt. "Das muss ich erst einmal alles verdauen", sagte sie am Ende des Abends.

Übrigens, liebe Sieglinde Mahlke, was Sie noch nicht wissen: Als wir unter anderem Frank-Jürgen Elfert befragten, warum Sie "Unser Held von nebenan" werden sollten, sagte er neben dem Zitat (siehe oben stehender Infokasten): "Wenn Sieglinde das Rennen macht, dann kriegt sie ein Küsschen von mir." Herr Elfert, zu dem Zeitpunkt wussten Sie zwar noch nicht, dass Sieglinde Mahlke den Titel auch erhalten wird. Nun aber schon. Also: Wir nehmen Sie beim Wort!

Mehr Eindrücke in einer der nächsten Ausgaben.

   

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