"Das ist meine Zeit": Unter diesem Titel sind jetzt Werke des Salzwedeler Künstlers Karl-Heinz Franke im Danneilmuseum zu sehen. Zahlreiche Besucher kamen bereits zur Vernissage am Freitag.

Salzwedel. Die Ausstellung soll nicht einfach so an das Leben und Wirken von Karl-Heinz Franke erinnern, der am kommenden Sonntag, 6. März, 85 Jahre alt geworden wäre. Sie zeigt vielmehr einen Querschnitt seines Schaffens und die Vielfalt der von ihm verwandten Techniken: Aquarelle ebenso wie Ölbilder, spitzfindige Karikaturen ebenso wie Emaillebilder. Museumsmitarbeiter Ulrich Kalmbach zeigte zur Eröffnung die Kopie eines Franke-Bildes, das der titelgebende Spruch "Das ist meine Zeit" ziert - versehen mit dem ironisch-augenzwinkernden Zusatz "Die Nutzung durch fremde Personen wird strafrechtlich verfolgt".

Am Freitag wollten jedoch viele Salzwedeler an Frankes Zeit teilhaben, sich an sie und die Hansestadt früherer Jahre erinnern, wie sie Karl-Heinz Franke in zahlreichen Bildern verewigt hat. Die beiden Räume im zweiten Obergeschoss, in denen die Ausstellung bis zum 10. April zu sehen ist, konnten die zahlreichen Besucher kaum fassen.

Karl-Heinz Frankes Sohn Heiko erzählte aus den letzten Lebensjahres seines Vaters, das sozusagen zwei Herzen in seiner Brust schlugen: eines für die Seefahrt und eines für die Kunst. Häufig habe ihn sein Vater während Geschäftsfahrten nach Hamburg begleitet, die dann stets mit einem Besuch im Hafen und einem Labskausessen endete. Heiko Franke berichtete auch von zahlreichen anderen Reisen mit seinen Eltern, unter anderem nach Rom, London und Paris. Es habe seinen Vater mit großer Freude erfüllt, mit eigenen Augen sehen zu können, wovon er in den Jahrzehnten zuvor seinen Schülern nur in der Theorie berichten konnte. Reisen zum beiderseitigen Vorteil, wie Heiko Franke resümierte: "Ich hatte immer meinen privaten Kunsthistoriker an meiner Seite."

Durch den nicht gerade im Übermaß zur Verfügung stehen Platz habe man eine Auswahl treffen müssen, so Ulrich Kalmbach. Im einen Raum seien vorwiegend Landschaften und Dorfansichten zu sehen, darunter vieles, was in der auf den Bildern festgehaltenen Form schon längst nicht mehr existiere.

Im anderen Raum sind Bilder zu sehen, in denen Karl-Heinz Franke seine Erlebnisse um das Jahr 1945 verarbeitete. Ebenfalls sehenswert die Karikaturen, die Frankes Auseinandersetzung mit den Zeitläuften in den Jahren nach der Wende widerspiegeln, manchmal durchaus in einer deftigen Bildersprache, merkte Ulrich Kalmbach schmunzelnd an. In einer Vitrine liegen drei Platten des Erdgasbildes, das früher in der Kantine des VEB Erdgasförderung zu sehen war. Das Wandbild verfügte ursprünglich über die stattlichen Ausmaße von zwölf mal vier Metern. "Mit der Wende verschwand auch, nahezu unbemerkt, die Kunst dieser Zeit", resümierte Ulrich Kalmbach.

Der Museumsmitarbeiter empfahl den Besucher besonders einen Blick auf das Pandämonium und lud sie ein, für sich selbst die Frage zu beantworten: "Was wollte uns der Künstler damit sagen?"

Die Ausstellung "Das ist meine Zeit" mit Werken von Karl-Heinz Franke ist bis zum 10. April im Danneilmuseum zu sehen, Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 13 bis 16.30 Uhr sowie sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.

 

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