Mahlsdorf/Potsdam (ht). Totgesagte leben länger: Noch immer arbeiten Wissenschaftler und Experten von 16 Universitäten und Unternehmen am Forschungsverbund "Clean" mit. Im Kern der seit 1. Juli 2008 begonnenen Arbeit geht es um die Frage, ob mit Kohlendioxid sicher die Erdgasförderung in der Altmark verlängert werden kann. Der Öffentlichkeit ist dieses Vorhaben meist nur hinsichtlich jener 100 000 Tonnen CO2 bekannt, die eigentlich im Zusammenhang mit "Clean" in ein Erdgasfeld bei Mahlsdorf verpresst werden sollen. Diese Feldforschung steht noch aus, weil es dafür bislang keine Genehmigung gibt. Doch "Clean", unterstützt mit rund 12,5 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium, läuft noch bis zum 30. Juni 2011.

So wollen am 16. und 17. März Wissenschaftler der Kieler Christian-Albrechts-Universität mit einem Hubschrauber in 50 Metern Höhe ein drei mal fünf Kilometer großes Areal bei Mahlsdorf überfliegen und die elektrischen Widerstände des Untergrundes in bis zu 100 Metern Tiefe erfassen. Zuvor, vom 7. bis 15 März, finden geoelektrische Oberflächenmessungen entlang von Wegen statt. Die Kieler Wissenschaftler wollen so den Verlauf von Ton- und Sandsteinschichten im Untergrund ermitteln und Informationen über den Mineralisierungsgrad des Grundwassers erhalten, informierte gestern Dr. Andreas Hübner vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam. Das GFZ koordiniert "Clean". Für den Forschungsverbund wird derzeit eine Fortsetzung nach dem 30. Juni vorbereitet.