In Salzwedel wird\'s demnächst zappenduster - im wortwörtlichen Sinne. Wegen des Haushaltsdefizits muss die Hansestadt sparen, auch an der Straßenbeleuchtung. Die Komplettabschaltung ganzer Straßenzüge zwischen 23 und 4 Uhr steht deshalb demnächst im Stadtrat zur Debatte. Das Bauamt hat jetzt eine Liste mit in Frage kommenden Straßen zur Diskussion vorgelegt.

Salzwedel. In insgesamt 54 Bereichen der Stadt (siehe gel-ber Infokasten) ist es technisch möglich und vertretbar, die Straßenbeleuchtung komplett abzuschalten. Das ist das Ergebnis einer nächtlichen Prüftour, an der Wirtschaftshof-Elektromeister Jens-Peter Lange sowie die Bauamtsmitarbeiterinnen Petra Schultze und Dagmar Hauptstein Ende Januar teilnahmen. Die Liste beinhaltet Straßenzüge mit untergeordneter Verkehrsbedeutung, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit auch ein gefahrloses Benutzen im Dunkeln möglich erscheinen lassen. "Es wird darauf hingewiesen, dass bei Komplettabschaltungen gan-zer Straßenzüge das Sicherheitsgefühl leidet", heißt es in der Aufstellung, die in der Vorwoche an die Mitglieder des Hauptausschusses verteilt worden ist.

Bauamtsleiter Ralf Burmeister sagte gestern gegenüber der Volksstimme, dass die Liste nicht bedeutet, dass in allen aufgeführten Bereichen demnächst das Licht ausgeht. Sie soll den Stadträten vielmehr einen Überblick verschaffen, wo es theoretisch möglich wäre. Die Entscheidung, wo die Beleuchtung zwischen 23 und 4 Uhr abgeschaltet wird, obliege dem Stadtrat. Nicht berücksichtigt seien bisher, außer Böddenstedt, die Ortsteile. Diese müssten bei einer Extratour "beleuchtet" werden.

Aufgrund des millionentiefen Haushaltslochs ist im Konsolidierungskonzept 2010 eine Einsparung bei den Straßenbeleuchtungskosten ab diesem Jahr festgeschrieben worden. Eine Berechnung, wie hoch das Sparpotenzial ist, sollte die komplette Liste realisiert werden, liegt laut Ralf Burmeister noch nicht vor.