In der Einheitsgemeinde Kalbe beginnen heute die nächsten Maßnahmen im Zuge des Modellprojektes Bürgerarbeit. Allerdings gestaltet es sich offenbar schwierig, alle geplanten Vorhaben personell zu untersetzen. Es mangelt zum Teil an geeigneten Bewerbern.

Kalbe. Gelächter im Kalbenser Stadtrat: Denn Bürgermeister Karsten Ruth hat während der jüngsten Sitzung des Gremiums ein krasses Problem, das das Modellprojekt Bürgerarbeit mit sich bringt, sehr diplomatisch umschrieben.

Konkret ging es dabei um eine Maßnahme zur Aktivierung des Breitensports in der Einheitsgemeinde. Sie soll heute anlaufen. Jedoch: Für die beiden vorgesehenen Stellen war laut Ruth - der Bürgermeister hat die Begleitung der Bürgerarbeit zur Chefsache erklärt - anfangs kein geeignetes Personal zu finden. "Zwischen den vier Bewerbern und den Projektanforderungen war keine Harmonisierung herzustellen", so Ruths Worte. Mit dieser Formulierung sorgte er für Erheiterung. Dabei ist das Thema durchaus ernst. Denn was nützten die besten Projekt-ideen, wenn sie nicht personell untersetzt werden könnten? Diese Frage stellte Ruth bei der Stadtratssitzung in den Raum.

Zumal auch von den sieben Bürgerarbeitern, die ab heute im Bereich Naturschutz in der Region Güssefeld-Dolchau- Vienau-Mehrin-Jeetze-Siepe tätig werden sollen, einer schon wieder nach Hause geschickt werden musste. Jedoch konnte, so Ruth, inzwischen Ersatz gefunden werden. Das gelte zum Glück auch für eine der beiden Stellen im Bereich Breitensport-Aktivierung, so dass die Maßnahme heute doch noch, wenn auch vorerst mit halber Kraft, beginnen könne. Auch im Bereich Seniorenarbeit hatte es anfangs ähnliche Probleme gegeben (wir berichteten). Inzwischen ist die dortige Stelle jedoch neu besetzt, so dass ab heute das Team des Klubs der Volkssolidarität verstärkt werden kann. Zudem gibt es eine weitere Bürgerarbeiterin, die das Archiv der Stadt Kalbe nach touristischen Komponenten aufarbeiten soll. Auch sie nimmt am heutigen 1. März ihre Arbeit auf.

Zu den Personalproblemen befragt, machte der Bürgermeister deutlich, dass jene Frauen und Männer, die für die Bürgerarbeit in Frage kämen, ja erst einmal eine sogenannte Aktivierungsphase bei einem Bildungsträger durchlaufen müssten. Deshalb stehe nicht jeder, der in das Modellprojekt integriert werden solle, sofort zur Verfügung. Doch es würden auch in den kommenden Monaten immer wieder neue Maßnahmen anlaufen. So kämen zum Beispiel im Bereich Umwelt- und Landschaftspflege ab April drei Kräfte in der Region Vahrholz-Bühne sowie sechs Kräfte in der Region Brunau-Packebusch-Hagenau-Plathe-Zethlingen zum Einsatz. Zudem laufe im April eine Maßnahme in den Tagesstätten Kalbe und Brunau an.

Insgesamt sollen in den nächsten Monaten bis zu 100 Bürgerarbeiter in der Einheitsgemeinde Kalbe zum Einsatz kommen. Sie sind dann für die Dauer von bis zu drei Jahren 30 Stunden in der Woche tätig und erhalten dafür einen Monatslohn von 900 Euro.