Der Bücherbus der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel fährt derzeit 117 Haltestellen, 17 Kitas, 6 Grundschulen und die Sekundarschule Dähre an. Die 1500 Leser sind dankbar für das unterhaltsame Angebot, aber auch für die kurzen Wege, um an neue Lektüre zu kommen.

Winterfeld/Kuhfelde. "Ich bin froh, dass der Bus hier hält. Denn ich fahre selbst nicht mehr Auto", erzählte gestern die Winterfelderin Roswitha Lehmann. Sie brachte eine Tasche voller ausgelesener Bücher zurück. Denn sie versorgt die ganze Familie mit Lektüre. Da bringe sie auch der vierjährigen Enkelin immer etwas mit. "Die Mitarbeiter kennen unseren Geschmack, helfen beim Suchen", fügte sie hinzu. Auch Wünsche würden erfüllt, beispielsweise, wenn der große Enkel eine besondere Hausaufgabe zu erfüllen habe. "Das klappt alles prima", lobte sie. "Ich hoffe doch, dass der Bus noch lange fährt und auch hier bei uns weiterhin hält", sagte Roswitha Lehmann.

Dem stimmte auch Ursula Gille aus Winterfeld zu, die das Angebot der rollenden Bibliothek seit November 1999 nutzt. "Ich würde jedenfalls nicht nach Salzwedel in die Bücherei fahren", fügte sie hinzu. Der Bücherbus sei ein prima Angebot. "Hier finde ich Heimatromane und auch Bücher für Frauen, um mir die Winterabende zu verkürzen", sagte sie. Eva Lange, ebenfalls aus Winterfeld, kommt gern in den Bus. "Von klein auf habe ich gern gelesen. Ich könnte mir die Bücher auch kaufen, aber diese Möglichkeit finde ich viel schöner", erzählte sie. Denn da könne man sich die Lektüre mit vielen teilen, müsse dafür nur einen geringen Jahresbeitrag zahlen. "Und man erhält gute Beratung", fügte Eva Lange hinzu. Gut sei auch, dass das Büchermobil vormittags schon einmal in Winterfeld halte, weil nachmittags der Ansturm ziemlich groß sei.

Christel Tepelmann aus Wöpel findet das Angebot im pinkfarbenen Mobil, das seit dem 21. April 1993 durch den Kreis rollt, "für Dorfbewohner einwandfrei". "Weil sie das Angebot dann vor Ort haben", fügte sie erklärend hinzu. Wichtig sei auch, die Kinder schon früh an den Umgang mit Büchern und dann auch ans Lesen heranzuführen. Ehrlicherweise werde ein gekauftes Buch im Privathaushalt ein- bis zweimal gelesen, dann wandere es ins Regal. In der rollenden Bibliothek könne es von vielen weiteren Lesern genutzt werden. "Das ist super", so Christel Tepelmann.

Übrigens wurden im Vorjahr 92 055 Medien im Bus ausgeliehen, etwa 1500 mehr als im Jahr 2009. Die 7- bis 12-Jährigen stellen mit 611 Lesern die größte Gruppe, gefolgt von den 13- bis 17-Jährigen (243 Leser), den 60-Jährigen und älteren (221), den 25- bis 44-Jährigen (214) sowie den 45- bis 59-Jährigen (169). Für Kitas und Schulen werden sogenannte Medienkörbe zusammengestellt, um bei Projekten mit Literatur, Bastelanleitungen, und passender Musik zu helfen. Darüber hinaus gab es im Vorjahr 78 Veranstaltungen, unter anderem Schriftstellerlesungen und Bilderbuchkino. Ein Lesefest soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden.